Internes Gutachten: 14 Kliniken in vier bayrischen Landkreisen auf dem Prüfstand

Ein vertrauliches 156-seitiges Gutachten analysiert 14 Kliniken in vier bayerischen Landkreisen auf Leistungs- und Zukunftsfähigkeit. Die Region gilt als überversorgt, drei Einrichtungen als gesetzt…

29. Juni 2026
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Zwei Beratungsfirmen haben im Auftrag der Landkreise Starnberg, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Fürstenfeldbruck eine Bestandsanalyse von 14 Kliniken vorgelegt. Das 156-seitige Dokument mit dem Titel „Regionalgutachten Klinikstrukturreform“ ist streng vertraulich und dient als Entscheidungsgrundlage für Landräte und Klinikverantwortliche. Das Bayerische Gesundheitsministerium trifft auf dieser Basis im Herbst die finale Entscheidung über die Verteilung medizinischer Leistungsgruppen.

Für drei Einrichtungen sehen die Gutachter keinen weiteren Diskussionsbedarf: das Klinikum Fürstenfeldbruck, die Asklepios-Lungenklinik Gauting und die auf Multiple Sklerose spezialisierte Marianne-Strauß-Klinik Kempfenhausen. Die Artemed-Klinik Feldafing wird als Sonderfall mit Diskussionsbedarf eingestuft. Mit Ausnahme von Weilheim-Schongau attestieren die Gutachter den übrigen Landkreisen eine Überversorgung, da der Großteil der Bevölkerung Kliniken in unter 20 Minuten erreicht.

Für das Klinikum Starnberg prognostiziert das Papier bis 2035 einen Rückgang von 39 Betten gegenüber 2024, bedingt durch die zunehmende Ambulantisierung. Der Notfallanteil lag 2025 bei 55 Prozent, mehr als die Hälfte dieser Patienten kam aus Nachbarlandkreisen. Mit rund 3200 Geburten jährlich ist das Klinikum Starnberg nach Augsburg die zweitgrößte Geburtsklinik Bayerns. Landrat Stefan Frey schließt eine Schließung der Geburtshilfe aus. Bei über 3000 Geburten jährlich entstünde ein ernstes Versorgungsproblem, Geburtshilfe und Pädiatrie müssten an anderen Standorten neu aufgebaut werden.

Das Benedictus-Krankenhaus Tutzing der Artemed-Gruppe ist bei Wirbelsäulen-OPs und Eingriffen an arteriellen Gefäßen regional bedeutsam und eröffnete zuletzt eine neue Notaufnahme. 21 Prozent seiner Notfallpatienten kamen 2025 aus dem Nachbarkreis Weilheim-Schongau. Der Landkreis Starnberg plant ein Zentralkrankenhaus mit 430 Betten, dessen Bedarf der bayerische Krankenhausplanungsausschuss Mitte Mai anerkannte. Das nächste Treffen der Beteiligten ist für den 30. Juni geplant.

Quelle:
merkur.de

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