Jüdisches Krankenhaus Berlin sucht mit Spezialisierung einen Weg aus der Krise

Nach der Insolvenz steht das Jüdische Krankenhaus Berlin unter hohem Finanz- und Reformdruck. Gideon Joffe sieht eine Zukunft nur mit Spezialisierung, enger Abstimmung und klaren Entscheidungen…

20. April 2026
  • Ökonomie

Das Jüdische Krankenhaus Berlin wird nach Einschätzung von Gideon Joffe in seiner aktuellen Form kaum überleben. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin will die Klinik als eigenständiges Haus erhalten. Dafür fordert er neue Beratungen und eine vom Senat eingesetzte Kommission.

In diesem Gremium sollen das Krankenhaus, das Land Berlin, die Jüdische Gemeinde und die Banken vertreten sein. Joffe begründet das mit der weiter offenen Zukunft des Hauses. Die Gespräche über den künftigen Kurs müssten aus seiner Sicht fortgesetzt werden.

Als tragfähigen Weg nennt Joffe eine konsequente Spezialisierung. Das Krankenhaus in Berlin-Gesundbrunnen könnte sich demnach auf Neuro-Reha, Geriatrie und Psychiatrie konzentrieren. In diesen Bereichen wachse der Bedarf. Zugleich könnte die Klinik so besser in die Berliner Krankenhauslandschaft passen und Kooperationen mit anderen Häusern ausbauen.

Die Senatsfinanzverwaltung reagierte auf diese Vorschläge zurückhaltend und verwies auf laufende Gespräche. Das Jüdische Krankenhaus hatte Ende vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Als Gründe nannte die Klinik Reformdruck, Sparbeschlüsse des Bundes, steigende Kosten, nicht ausreichend refinanzierte Leistungen sowie Investitionsbedarf bei Gebäuden und IT. Diskutiert wird weiter auch eine Eingliederung in Charité oder Vivantes.

Quelle:
kma-online.de

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