Kasseler Kliniken testen Drohnentransport von Gewebeproben zwischen Standorten
Das Klinikum Kassel und die Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel starten mit dem Schweizer Unternehmen Jedsy einen operativen Testbetrieb für Drohnentransporte von Gewebeproben zwischen ihren Standorten…
- Digitale Klinik
Das Klinikum Kassel und die Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel erproben mit dem Schweizer Drohnenunternehmen Jedsy den Transport von Schnellschnitten, also Gewebeproben aus laufenden Operationen. Das OP-Team wartet auf die Ergebnisse aus der Pathologie und passt den weiteren Verlauf der Operation daran an.
Der erste Flug startet in der kommenden Woche zwischen den Diakonie Kliniken und dem Institut für Pathologie des Klinikums. Geplant ist außerdem die Einbindung des Marienkrankenhauses Kassel.
Ab sofort laufen Kalibrierungs- und Testflüge. Geprüft werden Flugrouten, technische und organisatorische Abläufe, die Übergabe der Proben, die Zusammenarbeit mit dem Flugbetrieb von Jedsy sowie die Abläufe an den Start- und Zielstandorten. Die Erfahrungen sollen den späteren regulären Transportbetrieb vorbereiten.
Ein Merkmal des Jedsy-Systems ist die sogenannte Mailbox, eine Andockstation an einem Fenster oder einer Gebäudewand. Sie ermöglicht das Be- und Entladen vom Gebäude aus und dient zugleich als Ladestation. So sollen zusätzliche Wege bei der Übergabe reduziert werden.
Flugplanung und Betrieb richten sich nach behördlichen Genehmigungen und Auflagen. Technische Sicherheitsfunktionen und die Überwachung wichtiger Flugsysteme unterstützen den sicheren Betrieb. Zur Erkennung anderer Luftverkehrsteilnehmer dienen ADS-B- und FLARM-Signale, soweit verfügbar. Kameras und Sensoren unterstützen die sichere Navigation und präzise Landung.
Nach Angaben von Jedsy werden die Flüge aufgezeichnet, im Regelbetrieb aber weder angesehen noch ausgewertet. Nur bei Zwischenfällen oder technischen Auffälligkeiten erfolgt eine Auswertung, sonst werden die Aufnahmen beim nächsten Flug überschrieben. Eine systematische Beobachtung von Personen, Gebäuden oder Grundstücken findet nicht statt.
Die Projektpartner wollen die Bevölkerung frühzeitig einbeziehen und Fragen zu Nutzen, Sicherheit, Fluggeräuschen und Datenschutz verständlich beantworten.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.