Kassen pochen auf Reformkurs, während Kliniken vor weiteren Insolvenzen warnen
DKG und Deutscher Landkreistag warnen vor einer Zuspitzung der Klinikkrise, verlangen eine Verlängerung staatlicher Hilfen und fordern Änderungen an der Krankenhausreform. Die Krankenkassen halten dagegen am Reformkurs fest…
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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Deutsche Landkreistag sehen viele Kliniken in einer akuten Finanzkrise und dringen auf zusätzliche Hilfe des Bundes. DKG-Chef Gerald Gaß sagte, mehr als ein Drittel der Häuser sei von Insolvenz bedroht. 16 Prozent der Kliniken seien stark insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gefährdet. Zugleich schrieben nach seinen Angaben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen.
Gaß forderte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken auf, die staatlichen Ausgleichszahlungen über November hinaus zu verlängern. Der Bund gewährt diese Hilfen seit November 2025 zur Stabilisierung der finanziellen Lage. Nach Angaben von Gaß geht es um vier Milliarden Euro. Er brachte außerdem eine höhere Patientenzuzahlung ins Spiel. Die Pauschale solle von zehn auf 15 Euro pro Tag steigen. Gaß verwies darauf, dass die Regelung seit 2004 unverändert gilt und auf 28 Kliniktage pro Jahr begrenzt ist.
Auch Landkreistagspräsident Achim Brötel warnte vor weiteren Schließungen, vor allem bei kirchlichen, freigemeinnützigen und kommunalen Trägern. Die Landkreise hätten von 2023 bis 2025 rund 25 Milliarden Euro aufgebracht, um Klinikverluste auszugleichen. Brötel verlangte eine fallzahlunabhängige Vorhaltevergütung und warnte vor einem unkontrollierten Kliniksterben im ländlichen Raum.
Die gesetzlichen Krankenkassen widersprachen neuen Aufweichungen der Reform. GKV-Vizechefin Stefanie Stoff-Ahnis sprach von einem tragfähigen Kompromiss. Der Bundesrat soll am 27. März über die Reform abstimmen.
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