Kassenzahl könnte 2027 weiter sinken: Fusionsgespräche bei BKKen und IKKen laufen
Mehrere Betriebs- und Innungskrankenkassen planen Fusionen für 2026 und 2027, während Forscher einen Spareffekt durch Kassenzusammenlegungen empirisch nicht belegen können…
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Seit diesem Sommer verdichten sich Fusionspläne unter deutschen Krankenkassen, vor allem im Bereich der Betriebs- und Innungskrankenkassen. Politisch und wissenschaftlich bleibt umstritten, ob eine weitere Reduktion der Kassenzahl tatsächlich Einsparungen bringt.
Die IKK Berlin Brandenburg und die IKK gesund plus wollen zum 1. Oktober fusionieren. Der Zusatzbeitrag soll für alle Versicherten auf 3,39 Prozent sinken. Die BKK firmus (1,2 Millionen Versicherte) führt Gespräche mit der BKK Pfaff und der BKK Rieker-Ricosta-Weisser. Die mkk verhandelt mit der BKK Pfalz, die vivida BKK mit der BKK Scheufelen. Der BKK-Dachverband rechnet damit, dass seine 69 Mitgliedskassen bis Jahresende auf etwas über 60 sinken.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hatte im April noch als CDU-Generalsekretär gefordert, die Kassenzahl auf zehn zu reduzieren. Die frühere Bundesgesundheitsministerin Nina Warken beauftragte die GKV-Finanzkommission mit einer Neubewertung.
Deren erstes Gutachten stellt fest, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Kassengröße und Verwaltungskosten je Versicherten sich empirisch nicht belegen lässt. Das ifo-Institut kommt für die Schweiz zum gleichen Ergebnis, wo die Kassenzahl zwischen 1995 und 2025 von 145 auf 37 sank. Österreichs Zwangsfusion von 2020 kostete 215 Millionen Euro und führte bis 2024 zu einem Defizit von 550 Millionen Euro.
BKK-Dachverbandschefin Anne-Kathrin Klemm warnt vor Fusionskosten, IT-Investitionen und Versorgungslücken in der Übergangszeit. BAS-Präsident Markus Algermissen befürwortet Fusionen, die organisch aus dem System herauswachsen.
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