KBV-Chef Gassen hält Termingarantie für Facharztbehandlungen für nicht umsetzbar

KBV-Chef Gassen bezweifelt die Umsetzbarkeit der geplanten Termingarantie für Facharztbehandlungen und fordert stattdessen eine Steuerung nach medizinischer Dringlichkeit, unabhängig vom Versichertenstatus…

13. Oktober 2026
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KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen hält die von Union und SPD geplante Termingarantie für Facharztbehandlungen für nicht realisierbar. Im Podcast „Lebensretter“ der Björn-Steiger-Stiftung bezeichnete er das Vorhaben als „Nebelkerze“. Allein die Kapazitäten reichten nicht aus, um jedem Patienten jederzeit einen Facharzttermin zu gewährleisten.

Der Koalitionsvertrag sieht ein verbindliches Steuerungssystem vor. Patienten sollen zuerst eine Hausarztpraxis aufsuchen, die bei Bedarf mit einem Termin in festgelegtem Zeitraum an Fachärzte überweist. Ist kein Praxistermin verfügbar, sollen Fachärzte in Kliniken einspringen. Für Kinder sind Kinderärzte als erste Anlaufstelle vorgesehen. Eine digitale Ersteinschätzung soll das System ergänzen.

Gassen schlug vor, dringliche Fälle schneller in die richtige Versorgungsebene zu bringen, unabhängig vom Versichertenstatus. Gleichzeitig müsse akzeptiert werden, dass weniger dringliche Termine auch mit längerem Vorlauf angemessen sein könnten.

Zur geplanten Notfallreform forderte er eine finanzielle Lenkung. Wer trotz verfügbarem Praxistermin die Notaufnahme aufsuche, solle die Behandlung selbst zahlen. Das blockiere Ressourcen der Solidargemeinschaft.

Kritik am Nebeneinander von gesetzlicher und privater Versicherung wies Gassen zurück. Bei der Behandlungsqualität gebe es keine Zweiklassenmedizin. Die Unterschiede beträfen Komfortmerkmale.

Quelle:
aerzteblatt.de

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