KBV drängt auf schnellen Ausbau ambulanter Versorgung

Die KBV fordert mehr Tempo bei der Ambulantisierung. Studien zeigen großes Potenzial, doch Voraussetzung sind neue Vergütungsmodelle und echte Kooperationen zwischen Klinik und Praxis…

23. Januar 2026
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Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztliche Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sieht in der Ambulantisierung einen zentralen Hebel zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung. Angesichts hoher Krankenhausausgaben warnt er vor einer einseitigen Öffnung der Kliniken für ambulante Leistungen. Entscheidend sei die Einbindung der Vertragsärzteschaft, da dort effiziente ambulante Strukturen vorhanden sind.

Analysen des Wissenschaftliches Institut der AOK zeigen, dass ein erheblicher Teil heutiger stationärer Behandlungen ambulant möglich wäre. Ergänzende Studien, unter anderem der Technischen Universität Berlin mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, bestätigen dieses Potenzial.

Positiv bewertet die KBV Fortschritte bei den Hybrid-DRG, kritisiert jedoch die enge Kopplung an das stationäre Vergütungssystem und die geringe Kompromissbereitschaft der Deutsche Krankenhausgesellschaft. Die KBV fordert eine transparente, eigenständige Weiterentwicklung sowie den Verzicht auf das politisch gesetzte Ziel eines EBM-Niveaus bis 2030.

Langfristig setzt die KBV auf sektorenübergreifende Kooperationen. Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sollen auch im Krankenhaus eigenständig tätig und abrechnungsfähig bleiben. Ambulantisierung versteht die KBV als gemeinsames Projekt beider Sektoren, getragen von fairen Wettbewerbsbedingungen und klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Quelle:
bibliomedmanager.de

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