Bürokratieabbau: KBV legt 23 Vorschläge vor – Praxen könnten dadurch jährlich 400 Millionen Euro sparen.

Die KBV fordert mit 23 Vorschlägen weitreichenden Bürokratieabbau in Arztpraxen. Das Einsparpotenzial liegt bei jährlich rund 400 Millionen Euro und acht Arbeitstage pro Praxis…

24. August 2026
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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hält die Bürokratieabbau-Maßnahmen des Bundesministeriums für Gesundheit für unzureichend und hat 23 eigene Vorschläge erarbeitet. Nach Hochrechnungen ließen sich damit jährlich rund 400 Millionen Euro einsparen und pro Praxis etwa acht Arbeitstage à zehn Stunden freimachen.

Einen zentralen Hebel sieht die KBV bei den täglichen Anfragen von Krankenkassen, Medizinischem Dienst sowie Sozial- und Versorgungsämtern an Arztpraxen. Einheitliche digitale Fragebögen sollen das Ausfüllen und den Versand beschleunigen. Zudem dürften Stellen keine Informationen abfragen, die ihnen bereits vorliegen. Die Digitalisierungspläne des BMG zur Kommunikation mit Kostenträgern und Behörden unterstützt die KBV ausdrücklich.

Im Bereich Psychotherapie sieht das BMG die Digitalisierung des Antrags- und Genehmigungsverfahrens vor. Die im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilitätsgesetzes beschlossene Abschaffung des Konsiliarberichts Psychotherapie soll ebenfalls zur Entlastung beitragen. Teile dieser BMG-Maßnahmen decken sich mit KBV-Forderungen.

Bei Prüfverfahren begrüßt die KBV die geplante Geringfügigkeitsgrenze von 300 Euro bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen, fordert aber deren Ausweitung auf Abrechnungsprüfungen. Zusätzlich plädiert sie für eine Aufwandsentschädigung, die Krankenkassen bei unzulässigen oder unbegründeten Prüfanträgen zahlen müssen.

Gleichzeitig warnt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner vor neuer Bürokratie durch einzelne BMG-Vorhaben. Eine umfassende Dokumentationspflicht über die elektronische Überweisung würde ohne erkennbaren Mehrwert zusätzlichen Aufwand erzeugen. Steiner betont, dass Prozesse nicht nur digitalisiert, sondern auch vereinfacht werden müssen. Aufwand und Nutzen von Qualitätssicherungsverfahren gehörten auf den Prüfstand. Sie appelliert an Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), das Thema Bürokratie schnell anzugehen.

Quelle:
aerzteblatt.de

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