Kein Gespräch, kein Abschied: Merz entlässt Staatssekretär Tino Sorge ohne Vorwarnung
Tino Sorge ist nicht länger Parlamentarischer Staatssekretär im BMG. Merz berief ihn ohne vorheriges Gespräch ab. Sorge kritisiert den Kanzler öffentlich…
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Bundeskanzler Friedrich Merz hat Tino Sorge (CDU) als Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium abberufen. Offiziell soll die Berufung von Dr. Christiane Schenderlein als Nachfolgerin den ostdeutschen Proporz im Kabinett sichern. Hinter der Entscheidung steckt jedoch mehr.
Sorge reagierte mit einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme in den sozialen Medien und kritisierte Merz offen für seinen Führungsstil. Der Abberufung ging kein persönliches Gespräch voraus.
Das Verhältnis zwischen Sorge und der scheidenden Bundesgesundheitsministerin Nina Warken galt seit Längerem als belastet. Nach der Bundestagswahl war Sorge in Teilen der Fachwelt als designierter Nachfolger von Karl Lauterbach gehandelt worden. Mit zwölf Jahren Erfahrung im Gesundheitsausschuss brachte der Magdeburger fachliches Gewicht mit. Dass Merz stattdessen die Juristin Warken berief und Sorge zum Staatssekretär machte, legte den Grundstein für anhaltende Spannungen. Sorge beanspruchte eine starke inhaltliche Rolle, Warken bestand auf klarer Führung. Im Arbeitsalltag kam es wiederholt zu Kompetenzgerangel.
Der Kabinettsumbau bot Merz die Gelegenheit, diese Konstellation aufzulösen. Das neue Führungsduo Linnemann und Schenderlein startet allerdings ohne tiefe gesundheitspolitische Vorerfahrung. Linnemann bat bei seiner Berufung um Einarbeitungszeit. Anstehende Reformen wie die Pflegereform dulden jedoch keine Verzögerung. Warken hinterlässt zudem verärgerte Akteure im Gesundheitswesen und erschwert damit den Neustart für Linnemann. Ob die Personalrochade dem Ressort letztlich nützt, bleibt offen.
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