Kein Notfall-Standort mehr: Was sich ab 2027 im Penzberger Krankenhaus ändert
Ab 2027 wird das Penzberger Krankenhaus zum sektorenübergreifenden Versorger mit 40 Betten und Tagambulanz. Notaufnahme, Intensivstation und Chirurgie entfallen…
- Ökonomie
Das Penzberger Krankenhaus verliert ab dem 1. Januar 2027 seine 24-Stunden-Notaufnahme, die Intensivstation und die stationäre Chirurgie. Als sektorenübergreifender Versorger (SüV) wird es ambulant ausgerichtet weitergeführt. Landrat Stefan Frey (CSU) konkretisierte die Pläne auf Anfragen von SPD-Fraktion und Heimatzeitung.
Stationär bleibt die Innere Medizin mit altersmedizinischer Grundversorgung bei 40 statt bisher 100 Betten. Eine Ambulanz soll täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein. Danach übernehmen die Notaufnahmen in Weilheim, Starnberg, Wolfratshausen, Bad Tölz und Garmisch-Partenkirchen. Geplant sind ein ambulantes Operationszentrum mit Anästhesie tagsüber und eine BG-Ambulanz.
Als SüV unterliegt das Haus nicht mehr der Leistungsgruppensystematik der Krankenhausreform. Zuvor waren sieben Leistungsgruppen beantragt worden, darunter Allgemeine Chirurgie, Bariatrische Chirurgie und Intensivmedizin. Invasive Notfalldiagnostik wie Herzkatheter entfällt. Die chirurgische Versorgung verlagert sich nach Starnberg und Seefeld. Nachts gilt fachärztliche Rufbereitschaft, die Pflege bleibt rund um die Uhr besetzt. Das Haus will sich weiter am Notarztdienst beteiligen.
Frey verwies darauf, dass die Starnberger Kliniken das Haus 2012 für einen Euro übernommen und die zugesagte Grundversorgung über die vereinbarten zehn Jahre hinaus gesichert hätten. Die Gemeinden des Landkreises Starnberg glichen über die Kreisumlage bis heute die Defizite eines Hauses jenseits ihrer Kreisgrenze aus. Ein Haus dieser Größe sei durch die Krankenhausreform wirtschaftlich nicht dauerhaft tragbar. Der SüV biete einen Weg, den Standort zu erhalten.
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