KHAG-Debatte: GBA-Chef warnt vor Risiken für die Versorgung

Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses sieht durch geplante Änderungen am KHAG Gefahren für Qualität und Sicherheit der Versorgung und mahnt zu Zurückhaltung…

1. Januar 2026
  • Politik

In der Diskussion um das Krankenhausreformanpassungsgesetz warnt der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, vor negativen Folgen für Patientensicherheit und Versorgungsqualität. In einem Schreiben an Gesundheitspolitiker kritisiert er insbesondere die geplante Ausweitung des Standortbegriffs von Krankenhäusern. Größere Entfernungen zwischen Standorten könnten bei komplexen oder zeitkritischen Behandlungen zu erheblichen Risiken führen. Notwendige Ausstattungen könnten auf mehrere Häuser verteilt sein, was im Ernstfall lebensgefährlich werde.

Auch außerhalb von Notfällen sieht Hecken Probleme. Wenn Leistungen über mehrere weit entfernte Standorte erbracht würden, drohten zusätzliche Transporte für multimorbide Patienten. Zudem könnten Mindestmengen rein formal erfüllt werden, ohne ausreichende Routine an einem Standort. Hecken spricht in diesem Zusammenhang von einem Systembruch.

Weitere Kritik richtet sich gegen geplante Änderungen bei den Personalvorgaben in der stationären Psychiatrie. Eine Aufweichung der Vorgaben würde die Versorgung aus seiner Sicht deutlich zurückwerfen. Ähnliche Warnungen hatte zuvor auch der AOK-Bundesverband geäußert.

Quelle:
aok.de

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