KHZG-Patientenportale: Betriebskosten oft unterschätzt

KHZG-Patientenportale sollen Kliniken digital entlasten. Doch wer trägt die laufenden Betriebskosten nach der Förderung? Eine Studie zeigt: Bis zu 2 % des Umsatzes können nötig sein und der Return on Investment bleibt vage. Gefragt sind strategische Klarheit und eine valide Mehrwertmessung.

17. Juni 2025
  • IT
  • Ökonomie


Der Aufbau digitaler Patientenportale wird durch das KHZG gefördert. Doch mit Blick auf die Zeit nach der Projektphase stellt sich die Frage: Wer übernimmt die dauerhaften Betriebskosten? Eine Studie von Borchers & Kollegen hat rund 40 Krankenhäuser analysiert. Ergebnis: Neben den einmaligen Investitionen entstehen laufende Kosten von 0,5 bis 1 % des Umsatzes, zuzüglich der zusätzlichen Aufwendungen durch Begleitprojekte und Erweiterungen. Der ROI bleibt schwer messbar. Umso wichtiger ist es deshalb, wirtschaftliche Mehrwerte frühzeitig zu erfassen. Eine neue Community hat dazu eine Mehrwertlandkarte entwickelt, die als strategisches Steuerungsinstrument dienen soll. Dabei zeigt sich: Ohne klare Prozesse, interne Zuständigkeiten und belastbare KPIs droht das Projekt im Klinikalltag zu verpuffen. Es wird die Einrichtung von Stabsstellen und die Einstellung von Change-Manager:innen empfohlen. Ein Blick auf die Telematikinfrastruktur offenbart zudem ungelöste Fragen bezüglich Interoperabilität und Nutzerintegration. Die Zeit drängt – jetzt sind strategische Weichenstellungen gefragt.

Quelle:

kma-online.de


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