KI als Wegbereiter einer neuen Versorgungskultur

Künstliche Intelligenz krempelt das Gesundheitswesen um. Statt Arzttermin und Wartezimmer übernehmen künftig smarte Systeme Prävention, Diagnostik und Therapie. Expert:innen fordern weniger Bürokratie, mehr digitale Kompetenz und ein neuer ärztlicher Rollenbegriff. Der Mensch bleibt im Zentrum. Doch ohne KI geht bald nichts mehr.

14. Juli 2025
  • IT
  • Medizin


Beim Terrassengespräch der Handelsblatt Media Group sprachen drei zentrale Persönlichkeiten über den Wandel im Gesundheitswesen durch Künstliche Intelligenz. Jochen Werner ist Geschäftsführer des Universitätsklinikums Essen und gilt als Vordenker des Smart Hospitals. Dietrich Grönemeyer ist Arzt und Verfechter einer ganzheitlichen Hightech-Medizin. Estefania Lang ist Unternehmerin und Gründerin der digitalen Hautarztpraxis Dermanostic.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie viel menschliche Expertise künftig noch erforderlich ist. Die Beteiligten kamen zu dem Schluss, dass KI nicht nur Diagnostik und Therapie verbessern kann, sondern auch präventive Maßnahmen unterstützt. Menschen könnten länger gesund leben, wenn sie digitale Helfer aktiv nutzen. KI-gestützte Systeme helfen dabei, Verhaltensweisen zu verbessern und Gesundheit planbarer zu machen.

Lang betonte den Wert digitaler Anwendungen, die ärztliche Ressourcen schonen. Werner forderte Bürokratieabbau und verwies auf die Herausforderungen durch übermäßige Verwaltung. Grönemeyer wünscht sich mehr Verbindung unterschiedlicher medizinischer Disziplinen mit digitalen Technologien.

Die Rolle von Ärzt:innen wird sich tiefgreifend verändern. Sie sollen künftig als Begleiter:innen durch das System wirken und Patientendaten sinnvoll einsetzen. Neben medizinischem Fachwissen zählen digitale Kompetenzen und ethische Haltung. Wer in Zukunft Medizin gestalten will, muss sowohl die Technik verstehen als auch den Menschen im Blick behalten.

KI wird zur tragenden Säule des Gesundheitssystems. Die Botschaft ist klar. Technik muss dem Menschen dienen. Doch ohne digitale Intelligenz lässt sich moderne Medizin nicht mehr verantwortungsvoll betreiben.

Quelle:

handelsblatt.com


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