KI bleibt in der Pflege hinter Erwartungen zurück
KI eröffnet der Pflege neue Chancen, doch fehlende Daten, geringe Evidenz und große Digitalisierungslücken verhindern bislang den breiten Einsatz…
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Dr. Kathrin Seibert ist Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen und beschreibt, inwiefern KI Pflegeprozesse unterstützen kann. Beispiele sind sprachgestützte Dokumentation, Tourenplanung oder Systeme, die Risiken früh erkennen. Soziale Roboter oder sensorbasierte Anwendungen sollen Sicherheit und Orientierung fördern. Nach Einschätzung der Pflegewissenschaftlerin fehlen in vielen Einrichtungen jedoch digitale Grundlagen. Forschung konzentriert sich häufig auf technische Machbarkeit. Aussagen zum Nutzen im Regelbetrieb liegen kaum vor. Besonders kritisch sei die Datengrundlage, aus der KI-Systeme lernen. Fachgremien fordern daher ein Pflegedatengesetz und eine Pflegeinformatik-Initiative. In fünf bis zehn Jahren könne KI verstärkt in der Versorgung ankommen. Dafür brauche es Infrastruktur, Qualifizierung und klare Regeln zum Datenzugang. Präventive Anwendungen gelten als weiteres Entwicklungsfeld. Skepsis in der Bevölkerung müsse ernst genommen werden, zugleich sei KI angesichts des Fachkräftemangels unverzichtbar.
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