KI-gestützte Koloskopie erkennt mehr Polypen, bleibt aber meist Selbstzahlerleistung

Bei Darmspiegelungen kann KI zusätzliche Polypen erkennen und vor allem weniger erfahrene Ärzte unterstützen. Für erfahrene Endoskopiker bleibt der Nutzen begrenzt. Die gesetzlichen Kassen übernehmen die KI-Auswertung im Regelfall nicht…

23. April 2026
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KI kann die Darmkrebsvorsorge bei Darmspiegelungen verbessern, vor allem wenn Ärztinnen und Ärzte noch wenig praktische Erfahrung haben. Sie markiert verdächtige Veränderungen der Darmschleimhaut in Echtzeit und erhöht so die Chance, Polypen zu entdecken, die sonst übersehen würden. Für erfahrene Endoskopiker bringt sie laut Studien dagegen kaum zusätzliche Vorteile.

Darmkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Jedes Jahr erkranken mehr als 60.000 Menschen neu. Die Darmspiegelung gilt als wichtigste Methode für Früherkennung und Diagnose, weil Ärzte dabei Polypen sofort erkennen und entfernen können. Dennoch übersehen Untersuchende nach Studienlage bis zu zehn Prozent kritischer Befunde, etwa flache Polypen oder Veränderungen hinter Darmfalten.

Hier setzt die KI an. Zugelassene Systeme analysieren während der Untersuchung die Darmschleimhaut, markieren auffällige Stellen auf dem Bildschirm und warnen zusätzlich per Signalton. Laut Deutscher Gesellschaft für Gastroenterologie hilft das bei der Erkennung und Beurteilung verdächtiger Polypen. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte jedoch, dass erfahrene Ärzte etwa gleich gut arbeiten wie die KI. Eine österreichische Studie aus 2025 fand dagegen bei unerfahrenen Ärzten deutlich bessere Ergebnisse. Die Zahl entdeckter Polypen stieg dort um bis zu zehn Prozent.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab 50 Jahren zwei Vorsorge-Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. Die KI-Auswertung zahlen sie im Regelfall nicht. Patienten müssen dafür meist 50 bis 150 Euro selbst tragen und vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag erhalten. KI ist in Deutschland bislang vor allem an Universitätskliniken und in größeren Zentren verfügbar.

Quelle:
ndr.de

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