KI in der Dermatologie: Chancen für Praxen, klare Grenzen bei Verantwortung und Qualität
KI kann die Dermatologie bei Diagnostik, Praxisabläufen und Telemedizin unterstützen. Ärztliche Verantwortung bleibt jedoch zentral. Der BVDD fordert gesicherte Qualität, Facharztstandard und klare Anbindung an die Versorgung vor Ort…
- Data und KI
Künstliche Intelligenz hält nach Einschätzung von Dr. Thyra Bandholz zunehmend Einzug in die Dermatologie. Das Fach gilt als besonders geeignet, weil Hauterkrankungen vor allem visuell beurteilt werden. Für KI sprechen zudem große Bilddatenbanken, klar definierte Krankheitsbilder und histologisch gesicherte Diagnosen. Auch telemedizinische Anwendungen lassen sich in der Dermatologie gut einsetzen.
Im ambulanten Alltag kann KI nicht nur die Diagnostik unterstützen. Bandholz sieht auch Entlastung bei Praxisabläufen. Dazu zählen die Vorsortierung digitaler Anfragen, die Einschätzung von Dringlichkeit, telefonische Assistenzsysteme sowie automatisierte Schritte bei Anamnese, Datenerfassung und Kommunikation. Auch Therapieentscheidungen, Leitlinienabgleich, Laborkontrollen und Verlaufskontrollen lassen sich technisch stützen.
Zur Bewertung von Hautveränderungen per App äußert sich Bandholz zurückhaltend. Sie sieht Vorteile des visuellen Fachs, verweist aber auf offene Fragen bei Qualitätssicherung und Betreuung vor Ort. Nach ihrer Darstellung muss gesichert sein, wer beurteilt und wie die anschließende Versorgung in einer dermatologischen Praxis erfolgt. Der BVDD fordert dafür Facharztstandard und klare Regeln für die analoge Anbindung. Sonst könnten solche Anwendungen Patientinnen und Patienten zusätzlich verunsichern.
Bandholz betont zudem, dass KI ärztliche Expertise nicht ersetzt. Systeme können Muster erkennen und Wahrscheinlichkeiten berechnen. Die Einordnung des individuellen Falls, die Arzt-Patienten-Beziehung und die Verantwortung für Entscheidungen bleiben aber bei den Ärztinnen und Ärzten. Für strukturschwache Regionen sieht sie in Digitalisierung und Telemedizin einen möglichen Baustein, um den Fachärztemangel abzufedern.
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