KI in der Medizin: Ärzteschaft fordert Mitsprache statt Zuschauerrolle
Ärzt:innen fordern Mitbestimmung bei der Entwicklung medizinischer KI-Anwendungen. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe warnt: Ohne ärztlichen Sachverstand wird Künstliche Intelligenz zum Werkzeug für Investoren, nicht für Patient:innen.
- IT
- Medizin
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe ruft zu einer stärkeren ärztlichen Beteiligung bei der Entwicklung von KI-Anwendungen im Gesundheitswesen auf. Kammerpräsident Hans-Albert Gehle betont, dass KI nur dann einen echten Nutzen stiften könne, wenn sie gemeinsam mit Ärzt:innen gestaltet werde. Andernfalls drohe ein System, das IT-Expert:innen und Investoren diene, nicht aber den Patient:innen. Gehle fordert, KI im Medizinstudium und in der ärztlichen Weiterbildung fest zu verankern. Die Verantwortung für Diagnostik und Therapie müsse stets beim Menschen bleiben. KI könne bei administrativen Aufgaben entlasten, dürfe aber nicht zu zusätzlicher Arbeitsverdichtung führen. Transparenz über den KI-Einsatz sei essenziell. Auch der 129. Deutsche Ärztetag schloss sich dieser Haltung an: Ärztliche Fachgesellschaften und Selbstverwaltungen sollen aktiv an der Entwicklung medizinischer KI-Lösungen mitwirken. Damit der digitale Fortschritt Patient:innen wirklich zugutekommt, braucht es ärztliche Expertise als Richtschnur.
aerzteblatt.de
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.