KI: Was Hirnimplantate künftig leisten könnten
Eine neue KI-gestützte Gehirn-Computer-Schnittstelle erlaubt es einer Schlaganfallpatientin erstmals, durch Gedanken zu sprechen. Das System erkennt vorgestellte Wörter und gibt sie als Audio wieder. Trotz technischer Fortschritte bleiben hohe Fehlerquoten eine zentrale Herausforderung.
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Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat eine Gehirn-Computer-Schnittstelle entwickelt, die Gedanken in Sprache umwandelt. Eine 47-jährige Patientin, die nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen konnte, testete das System erfolgreich. Über 250 Elektroden messen dazu die Hirnaktivität in der Nähe des motorischen Sprachzentrums. Die Software, ein KI-Modell, erkennt vorgestellte Wörter und gibt sie als Sprache aus – mit der eigenen Stimme der Patientin, rekonstruiert aus alten Aufnahmen.
Die Besonderheit liegt in der Geschwindigkeit. Mit nur einer Sekunde Verzögerung pro Wort übertrifft das System frühere Lösungen deutlich. In der Anwendung zeigen sich dennoch Schwächen. Die Fehlerquote liegt bei bis zu 40 Prozent. Ein natürliches Sprechtempo wird nicht erreicht, auch weil sich die Nutzer stark konzentrieren müssen.
Die Neuroprothese muss aktuell noch über einen Stecker am Schädel verbunden werden. Fachleute betonen, dass es sich um eine Einzelfallstudie handelt. Offen bleibt, wie die Patientin selbst die Technologie erlebt hat. Für den breiten Einsatz sind weitere Studien notwendig. Die Forschungsarbeit gilt als Machbarkeitsnachweis – mit großem Potenzial für zukünftige Anwendungen bei Patientengruppen mit intakten kognitiven Fähigkeiten…
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