Kinderarzt aus Rathenow in 130 Fällen angeklagt – Taten über zwölf Jahre

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat am 6. Mai Anklage gegen einen Kinderarzt der Havelland-Klinikgruppe in 130 Fällen sexualisierter Straftaten erhoben, darunter schwerer sexueller Missbrauch und Vergewaltigung über zwölf Jahre…

15. Mai 2026
  • QM

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat am 6. Mai 2026 Anklage gegen einen Kinderarzt der Havelland-Klinikgruppe in Rathenow erhoben. Die Vorwürfe umfassen 130 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, darunter schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung. Einen Großteil der Taten soll der Beschuldigte im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit begangen haben. Der Tatzeitraum erstreckt sich laut Anklagebehörde von Anfang Dezember 2013 bis zum 5. November 2025.

Bekannt geworden war der Fall im Januar 2026, nachdem die Mutter eines Kindes Anzeige erstattet hatte. Polizeiliche Durchsuchungen folgten, dabei wurden zahlreiche Datenträger sichergestellt. Der Arzt sitzt seit November 2025 in Untersuchungshaft. Als Haftgrund wurde Wiederholungsgefahr angeführt.

Die Havelland-Klinikgruppe räumte ein, dass bei der Untersuchung des Kindes das geltende Vier-Augen-Prinzip verletzt worden war. In einem Statement vom Mittwochabend erklärte die Klinikgruppe, die Dimension der Vorwürfe erschüttere sie zutiefst. Als Konsequenz ist das Kinderschutzkonzept fester Bestandteil neuer Arbeitsverträge. Mitarbeitende mit regelmäßigem Kontakt zu Minderjährigen müssen alle drei Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

Die Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg kündigte an, sich mit den Kinderschutzkonzepten aller Kliniken im Land zu befassen. 

Quelle:
aerzteblatt.de

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