Kinderkliniken am Limit: Verband warnt vor Kollaps in der Spezialpflege binnen vier Jahren

Der BVKJ warnt vor einem drohenden Kollaps in der Kinderpflege. Personalmangel, Sparmaßnahmen und eine umstrittene Pflegereform verschärfen die Lage in deutschen Kinderkliniken…

13. August 2026
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In der Spezialpflege für Frühgeborene, Schwerstkranke und Intensivpatienten ist der Personalmangel nach Einschätzung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte bereits kritisch. BVKJ-Bundessprecher Jakob Maske prognostiziert, dass sich die Lage in den kommenden drei bis vier Jahren weiter zuspitzen wird, denn Fachkräfte verlassen den Beruf, Nachwuchs bleibt aus, Stationen schließen.

Als zentrale Ursache benennt Maske die 2020 eingeführte generalistische Pflegeausbildung. Wer Kinder pflegen möchte, muss seither zunächst zwei Jahre mit Erwachsenen arbeiten. Das schrecke viele Interessierte ab, die stattdessen Berufe wie Lehrer oder Erzieher wählen. Maske fordert Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) auf, die Reform zurückzudrehen.

Parallel dazu hat die Bundesregierung ein GKV-Sparpaket verabschiedet, das eine Finanzierungslücke von knapp 19 Milliarden Euro schließen soll. Es enthält Einschnitte beim Pflegebudget und bei der Klinikfinanzierung. Kommunen warnen, dass Krankenhäuser 2027 zusätzlich belastet werden, obwohl Landkreise und Städte bereits heute Milliarden zur Stützung ihrer Kliniken aufwenden. Hausärzteverband-Chef Markus Blumenthal-Beier warnte vor massiven Versorgungsproblemen in dünn besiedelten Regionen.

Linnemann übernahm das Gesundheitsministerium im Zuge einer Kabinettsumbildung durch Bundeskanzler Friedrich Merz. Seine Vorgängerin Nina Warken wechselte als erste Frau an die Spitze des Bundeskanzleramts. Linnemann bezeichnet pflegende Angehörige als „Helden, ja Alltagshelden“, lässt aber offen, ob er die kritisierten Reformpunkte streicht. Geplant ist bislang, dass pflegende Angehörige künftig weniger Rente erhalten und Heimbewohner länger auf finanzielle Entlastung warten sollen.

SPD-Gesundheitssprecher Christos Pantazis warnte ohne Nachbesserungen vor einem Systemkollaps. Die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kündigten an, dem Gesetz im Bundesrat ohne Änderungen nicht zuzustimmen. Im September wird ein überarbeiteter Entwurf im Bundestag erwartet.

Quelle:
merkur.de

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