Kirchliche Kliniken rutschen reihenweise in die Insolvenz

Das Ketteler-Krankenhaus in Offenbach ist insolvent. Der Fall steht für viele kirchliche Häuser, die bei sinkenden Fallzahlen und steigenden Vorgaben finanziell wegbrechen…

1. Januar 2026
  • Ökonomie

Das Ketteler-Krankenhaus in Offenbach mit 310 Betten und rund 900 Beschäftigten hat Insolvenz angemeldet und läuft nun in einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Dieser Fall ist beispielhaft für den Druck, unter dem kirchliche Krankenhaus-Träger derzeit stehen. Auch andere Standorte melden Schließungen, Verkäufe oder Eigeninsolvenzen, etwa in Hamburg-Wilhelmsburg, im Emsland, in Prüm, Heidelberg oder Mannheim.

Hintergrund ist eine Schieflage, die alle Trägergruppen trifft. Die Ausgaben steigen, die Belegung sinkt. Seit der Pandemie lassen sich viele Patientinnen und Patienten seltener stationär behandeln, planbare Eingriffe werden häufiger verschoben oder entfallen. Zugleich gelten strengere Vorgaben für ärztliches und pflegerisches Personal, obwohl weniger Fälle abgerechnet werden. Hinzu kommen spürbare Lohnsteigerungen in der Pflege. Eine Auswertung von Curacon beziffert den Rückgang der Bettenauslastung von 79 auf 69 Prozent. Die Kosten je Behandlungsfall stiegen von rund 5.880 auf über 8.100 Euro. Seit 2019 kamen im Pflegedienst fast 40.000 Vollzeitstellen hinzu.

Quelle:
faz.net

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