KIS-Auslaufmodell I-SH: Kliniken unter Handlungsdruck bis 2030

Mit dem nahenden Ende des Krankenhausinformationssystems i.s.h.med müssen Kliniken schnell handeln. Die verbleibenden 5,5 Jahre bis zur IS-H-Abschaltung sind trügerisch kurz. Wer jetzt nicht plant, riskiert technische Brüche, finanzielle Verluste und Haftungsrisiken. Die KIS-Transformation wird zum Stresstest für Personal, Budgets und Organisation. Ohne klare Digitalstrategie droht der Systemwechsel zum Systemschock.

11. Juli 2025
  • IT


SAP stellt das Modul „Patient Management“ (IS-H) zum 31. Dezember 2030 ein. Damit endet auch die Laufzeit des auf IS-H basierenden Krankenhausinformationssystems i.s.h.med von Cerner. Betroffene Einrichtungen – insbesondere Universitätskliniken – stehen damit vor der Aufgabe, in nur 5,5 Jahren eine tragfähige KIS-Alternative zu finden, zu beschaffen und umzusetzen.

Diese erfordert klare Strukturen, umfassende Schulungen und weitreichende Ressourcen. Ausschreibungen mit europaweitem Vergabeprozess beanspruchen bis zu zwölf Monate. Die anschließende Implementierung kann – je nach Größe der Klinik und Komplexität des Systems – weitere drei Jahre dauern. Parallel muss der laufende Klinikbetrieb stabil bleiben.

Besonders herausfordernd ist die doppelte Verantwortung: Neben der technischen Integration muss auch die medizinische Dokumentation durchgehend rechtssicher erfolgen. Kliniken haften für Fehlcodierungen, die sich im Übergang ergeben. Eine sorgfältige Vorbereitung aller Prozesse ist daher zwingend.

: Der Wechsel darf nicht isoliert betrachtet werden. Eine übergeordnete Digitalstrategie ist erforderlich, um Interoperabilität mit der Telematikinfrastruktur und anderen digitalen Anwendungen sicherzustellen.

Quelle:

kpmg.com


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