KIS-Auslaufmodell I-SH: Kliniken unter Handlungsdruck bis 2030
Mit dem nahenden Ende des Krankenhausinformationssystems i.s.h.med müssen Kliniken schnell handeln. Die verbleibenden 5,5 Jahre bis zur IS-H-Abschaltung sind trügerisch kurz. Wer jetzt nicht plant, riskiert technische Brüche, finanzielle Verluste und Haftungsrisiken. Die KIS-Transformation wird zum Stresstest für Personal, Budgets und Organisation. Ohne klare Digitalstrategie droht der Systemwechsel zum Systemschock.
- IT
SAP stellt das Modul „Patient Management“ (IS-H) zum 31. Dezember 2030 ein. Damit endet auch die Laufzeit des auf IS-H basierenden Krankenhausinformationssystems i.s.h.med von Cerner. Betroffene Einrichtungen – insbesondere Universitätskliniken – stehen damit vor der Aufgabe, in nur 5,5 Jahren eine tragfähige KIS-Alternative zu finden, zu beschaffen und umzusetzen.
Diese erfordert klare Strukturen, umfassende Schulungen und weitreichende Ressourcen. Ausschreibungen mit europaweitem Vergabeprozess beanspruchen bis zu zwölf Monate. Die anschließende Implementierung kann – je nach Größe der Klinik und Komplexität des Systems – weitere drei Jahre dauern. Parallel muss der laufende Klinikbetrieb stabil bleiben.
Besonders herausfordernd ist die doppelte Verantwortung: Neben der technischen Integration muss auch die medizinische Dokumentation durchgehend rechtssicher erfolgen. Kliniken haften für Fehlcodierungen, die sich im Übergang ergeben. Eine sorgfältige Vorbereitung aller Prozesse ist daher zwingend.
: Der Wechsel darf nicht isoliert betrachtet werden. Eine übergeordnete Digitalstrategie ist erforderlich, um Interoperabilität mit der Telematikinfrastruktur und anderen digitalen Anwendungen sicherzustellen.
kpmg.com
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.