Klinik-Reform: Kommunale Gesundheitskonferenz stößt auf breite Resonanz im Landkreis Elbe-Elster

11. April 2023
  • Ökonomie

Die geplante Klinikreform der Bundesregierung bestimmt derzeit die gesundheitspolitische Diskussion auch im Landkreis Elbe-Elster. Entsprechend groß war der Andrang bei der kommunalen Gesundheitskonferenz am gestrigen Mittwoch (05.04.23), zu der Landrat Christian Jaschinski ins Philipp-Melanchton-Gymnasium in Herzberg eingeladen hatte. Rund 30 kommunale Vertreterinnen und Vertreter, darunter Bürgermeister, Amtsdirektoren und Vorsitzende der Gemeindevertretungen aus Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg nutzten die Gelegenheit sich aus erster Hand zu informieren und auszutauschen.

Klinik-Gutachten im Mittelpunkt des Interesses

Im Mittelpunkt stand das kürzlich vorgelegte Gutachten für das Elbe-Elster Klinikum, erstellt durch die Oberender-Krankenhausberatung. Gegenstand der umfassenden Untersuchungen waren die Auswirkungen der geplanten Klinik-Reform sowie die aktuelle Versorgungssituation an den drei Klinikstandorten. Aber auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, der Fachkräftemangel und die Demografie sowie rechtliche Anforderungen wurden einbezogen.

Fazit: Medizin und Versorgungsbedarfe ändern sich für das Elbe-Elster Klinikum grundlegend. Jan Hacker, Vorstandsvorsitzender von Oberender, betonte in der Diskussion die Notwendigkeit zeitnah ein Zukunftskonzept für das Elbe-Elster Klinikum zu erarbeiten. Nur so könne man sich nach seinen Worten für die veränderten Versorgungsbedarfe und Versorgungsrealitäten aufstellen und einer Schlechterstellung in der Gesundheitsversorgung entgegentreten.

„3 plus 1“ als möglicher Lösungsweg
Als mögliche Lösung stellte Jan Hacker das Szenario aus „3 plus 1“ vor. Dies umfasst den Erhalt aller drei Klinik-Standorte plus einen Krankenhaus-Neubau an zentraler Stelle. Darüber hinaus die Etablierung von Gesundheitszentren an den anderen Standorten.

Um Patienten in medizinischen Notfällen, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt, künftig schneller und effektiver versorgen zu können, orientiert sich der angedachte Krankenhaus-Neubau an einem Level-2-Krankenhaus, gemäß den Vorschlägen der Regierungskommission.

Zentrale Säule der „3+1-Zukunftsstrategie“ bilden dabei die drei Klinik-Standorte, durch die eine flächendeckende Versorgung erst möglich wird. Denn flächenmäßig ist der Landkreis Elbe-Elster größer als Berlin und zwischen den drei Krankenhäusern liegen sehr große Distanzen von 30 bis zu mehr als 40 Kilometer.

„Im Ergebnis werde damit nicht nur die Akutversorgung gestärkt“, berichtete Jan Hacker. „Die Weiterentwicklung hin zur Gesundheitsregion führt mittelfristig auch zu einem höheren Personalbedarf und damit zu weiteren Arbeitsplätzen.

Und in der Zwischenzeit?

Die Klinikreform sieht eine 5-jährige Übergangsphase vor. In dieser Zeit erfolgt die Versorgung der Patienten in den bestehenden Strukturen mit der gewohnten Qualität. D.h. Niedergelassene Ärzte, Senioren- und Pflegeheime und weitere, regionale Gesundheitspartner können unverändert weiterhin ihre Patienten in die Kliniken in Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg einweisen. Auch Patienten können ganz regulär zur Behandlung in die drei Kliniken kommen, die Notfallversorgung im Landkreis bleibt durchgehend sichergestellt.

Informationsoffensive und Zukunftswerkstatt

Die Initiative von Landrat Christian Jaschinski für die gestrige Gesundheitskonferenz ist Teil einer im März gestarteten Informationsoffensive von Landkreis und Klinikum, um mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Diese wird bis in den Mai hinein fortgesetzt.

Als nächster Schritt soll in einer breit angelegten Zukunftskonferenz gemeinsam mit allen Beteiligten Ideen und Lösungen für die aktuellen Herausforderungen entwickelt werden. Geplant sind verschiedene Veranstaltungen, um Betroffene zu Wort kommen zu lassen sowie einen Rahmen zu schaffen, sich mit dem individuellen Wissen und Hintergrund einzubringen. Voraussichtlicher Starttermin der Zukunftswerkstatt ist Ende Mai/Anfang Juni.

Quelle:

elbe-elster-klinikum.de


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