Klinikbau ohne Fundament: Deutschlands Lehrstühle für Krankenhausarchitektur schwinden
Ohne Planung kein Umbau: Klinikarchitekt:innen warnen eindringlich vor dem Kollaps der Baukompetenz im deutschen Gesundheitswesen. Trotz tiefgreifender Reformen fehlt die akademische Grundlage und damit der Nachwuchs für die Gesundheitsarchitektur der Zukunft.
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Die Klinikreform setzt neue Maßstäbe für Bau und Struktur stationärer Einrichtungen. Doch ein zentrales Fundament fehlt: Deutschland hat keinen einzigen eigenständigen Lehrstuhl für Krankenhausbau mehr. Fachleute wie Marc Rehle vom AKG-Verein beklagen eine eklatante Leerstelle in Forschung und Lehre. Die gestiegene Komplexität im Klinikbau – von sektorenübergreifenden Versorgungszentren bis zu infektionssensiblen Notaufnahmen – erfordert tiefgehende Planungskompetenz. Internationale Vorbilder greifen wegen der deutschen Sektorentrennung nicht. Nur an der TU Braunschweig existiert noch eine spezialisierte Forschungsstelle. Das Fehlen solcher Lehrstühle gefährdet nicht nur die Effizienz zukünftiger Klinikbauten, sondern auch die Ausbildung qualifizierter Architekt:innen. Ohne strukturelle Weitsicht droht eine Modernisierung auf Sand gebaut zu sein, mit direkten Folgen für Patientenversorgung, Mitarbeitendenzufriedenheit und Betriebskosten.
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