Klinikplanung im Rückspiegel – Baut Zollernalb am Bedarf vorbei?
Trotz Reformrhetorik und Ambulantisierungskurs fließen Millionen in ein Klinikprojekt mit überholtem Bettenschlüssel. Das geplante Zentralklinikum Zollernalb spiegelt nicht das Gesundheitswesen von morgen, sondern die Versorgungslogik von gestern.
- Ökonomie
Das Zollernalb-Klinikum plant ein Zentralklinikum mit exakt derselben Bettenzahl wie bisher – 468. Das sorgt für Verwunderung, denn Expert:innen warnen seit Jahren vor einer Überkapazität stationärer Versorgung. Die Auslastung deutscher Kliniken liegt heute bei rund 70 %, wirtschaftlich tragfähig wären aber mindestens 85 %. Trotzdem winken für das Bauprojekt in Balingen rund 160 Millionen Euro Fördermittel vom Land. Grund: Die Förderrichtlinien setzen weiterhin auf Bettenzahlen statt auf Versorgungsqualität. Der Projektleiter spricht offen von einem „Krankenhaus der Vergangenheit“. Auf einer Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Zukunft der Krankenhausversorgung anders aussehen muss: ambulant, spezialisiert und bedarfsgerecht. Dennoch hält der Kreistag am alten Planungskonzept fest – ohne vorherige Diskussionsteilnahme. Die zentrale Forderung: Qualität vor Quantität – und kleinere Kliniken nicht pauschal abwerten.
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