Pressemeldung

Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide: Pflegeakademie auf Wachstumskurs

Seit August 2024 ist Judith Hartmann neue Leiterin der Pflegeakademie Seestadt Bremerhaven am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide (KBR). Gemeinsam mit ihrem neu aufgestellten Team zieht sie nach den ersten rund eineinhalb Jahren im Amt eine positive Bilanz: Die Zahl der Auszubildenden wächst stetig, neue Formate bereichern das Ausbildungsangebot, Unterricht und Praxisanleitung werden zunehmend digitaler…

27. April 2026
  • Personal
  • Pflege

Die Zahl der Auszubildenden wächst

64.300 neue Ausbildungsverträge wurden 2025 bundesweit in der Pflege abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von rund acht Prozent gegenüber 2024. Ein Trend, der sich auch an der Pflegeakademie Seestadt Bremerhaven zeigt: Mit 28 neuen Auszubildenden zum Kursbeginn im Sommer 2025 gab es spürbar mehr Teilnehmende als in den Jahren zuvor. Der Bewerbungseingang für den Ausbildungsstart im August 2026 ist darüber hinaus bereits heute sehr vielversprechend. „Wir freuen uns sehr, dass sich bundesweit und auch in Bremerhaven wieder mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege interessieren“, so die Leiterin. Die Kehrtwende hin zu steigenden Bewerbungszahlen war allerdings auch in Bremerhaven kein Selbstläufer. Besonders erfreulich sind die Zuwachsraten im Vertiefungsschwerpunkt Pädiatrie – eine Spezialisierung, die in der Pflege bundesweit einen großen Engpass darstellt.

Neue Wege in der Akquise

Zunächst wurde die Präsenz bei den Bewerbenden deutlich erhöht. Wichtig dabei: der Dialog mit den Schülerinnen und Schülern. „Ab und an gilt es, Vorurteile gegenüber dem Pflegeberuf abzubauen. Manchmal fehlt auch einfach eine konkrete Idee vom Arbeitsalltag. Hier setzen mein Team und ich an. Bei Schulbesuchen, auf Bildungsmessen oder auch bei unseren Schnuppertagen. Dabei begegnen wir den Schülerinnen und Schülern immer auf Augenhöhe. Wir wollen für den Beruf begeistern, motivieren, dabei auch gute Vorbilder für alle sein, die den Pflegeberuf in die engere Wahl nehmen“, so Judith Hartmann. Oft beschäftigen die Interessierten anfangs sehr ähnliche Fragen: Wie fühlt es sich an, am Patienten zu arbeiten? Wie werde ich an diese Arbeit herangeführt? Interessiere ich mich für medizinische Themen, oder schrecken mich diese eher ab? „Das sind wichtige Fragen, die jeder Bewerbende am besten mit einem Praktikum für sich klären kann“, betont Judith Hartmann. Praktika in der Pflege bietet das KBR gern nach individueller Rücksprache an. Als Klinikum der Maximalversorgung mit 16 unterschiedlichen Fachbereichen sind die Möglichkeiten dabei äußerst vielfältig. 

Hoher Digitalisierungsgrad im Unterricht und in der Praxisanleitung

Verändert haben sich auch die Ansprüche der Auszubildenden. „Digitalisierung ist für unsere Auszubildenden heute eine Selbstverständlichkeit. Alle sind mit PC und Smartphone aufgewachsen. Wir haben in den vergangenen Jahren deshalb über 40.000 Euro in die Digitalisierung unserer Lernumwelt investiert“, erläutert Hartmann. Neben Großdisplays als Ersatz für die klassischen Tafeln wurden Notebooks, Tablets für die Auszubildenden, Webcams, Mikrofone, Lautsprecher und auch eine entsprechende Lehr- und Lernplattform beschafft. Auch die praktische Anleitung derAuszubildenden hat inzwischen viele digitale Elemente. Mit sogenannten Skill-Lab-Puppen können viele Versorgungssituationen äußerst realistisch eingeübt werden. Anschließend gehen die Auszubildenden mit deutlich größerer Sicherheit an die Versorgung am echten Patienten. Den Weg der Digitalisierung will das Team konsequent weitergehen: „In Zukunft wollen wir in der praktischen Anleitung sogenannte VR-Brillen einsetzen“, freut sich Judith Hartmann. Anschaffung und erster Einsatz sind bereits für 2026 vorgesehen. 

Teilzeitausbildung startet erstmals in diesem Jahr

Um eine Ausbildung in der Pflege für noch mehr Interessierte erreichbar zu machen, geht das Team in diesem Jahr einen weiteren mutigen Schritt: Ab Oktober wird der erste Kurs für eine Teilzeitausbildung in der Pflege starten. Statt 38,5 lernen die Auszubildenden dann 30 Stunden pro Woche. Die Ausbildungszeit verlängert sich dadurch insgesamt von drei auf vier Jahre. „Für manche Bewerbenden passt dieses Angebot einfach besser zur individuellen Lebenssituation“, fasst Judith Hartmann die Motivation der Interessierten für dieses Angebot zusammen. Hintergrund können private Dinge wie Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen sein. Aber einige Interessenten schätzen auch einfach die Work-Life-Balance einer 30-Stunden-Woche. 

Bildungsgutscheine in Kürze einlösbar

Aktuell arbeitet das Team außerdem an der sogenannten „Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung“, kurz AZAV. Dieses gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsmanagementsystem benötigen Bildungsträger, um Maßnahmen mit öffentlichen Geldern über die Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter abrechnen zu können – zum Beispiel über Bildungsgutscheine. Die AZAV-Zertifizierung garantiert Qualität, Transparenz und Effizienz, indem sie die Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und ein funktionierendes Qualitätssystem der Anbieter prüft und standardisiert, was für die Zulassung von geförderten Weiterbildungsmaßnahmen und deren Einlösung notwendig ist. Die Zertifizierung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. 

Großer Meilenstein: Bau der neuen Akademie am Klinikum

Mit Spannung blickt das Team außerdem auf den Bau der neuen Ausbildungsakademie am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide. Gemeinsam mit weiteren Ausbildungsanbietern soll diese voraussichtlich ab 2028 betrieben werden. Das Ziel: eine nochmals gesteigerte Attraktivität und Qualität der Ausbildung bei gleichzeitig deutlicher Steigerung der Anzahl von Auszubildenden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, werden künftig noch mehr Lehrerinnen und Lehrer benötigt, als aktuell verfügbar sind. „Mit unserem Traineeprogramm Pflegepädagogik arbeiten wir deshalb bereits seit 2020 an der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte“, erläutert Hartmann. Zwei Trainees haben dieses Programm inklusive Studium bereits erfolgreich durchlaufen und geben ihr Wissen nun an die Auszubildenden weiter. Mindestens vier weitere Trainees sollen ihnen in den kommenden Jahren noch folgen. 

Über die Pflegeakademie Seestadt Bremerhaven (PSB)

Gegründet wurde die älteste Bildungseinrichtung für Pflegeberufe in Bremerhaven von der Rot-Kreuz-Schwesternschaft am Klinikum Mitte. Der erste Kurs startete am 15. Oktober 1952; 14 Auszubildende begannen damals ihre Ausbildung zur Krankenschwester. Seither haben über 2.000 Personen ihre Ausbildung an der PSB absolviert. Heute vermitteln festangestellte Pädagoginnen und Pädagogen sowie weitere interne und externe Dozentinnen und Dozenten an der PSB ihr Wissen. Besonderer Vorteil einer Ausbildung an der PSB: Nahezu alle Praxiseinsätze können im nahegelegenen KBR absolviert werden. 

Quelle:
klinikum-bremerhaven.de

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