Klinikum Esslingen verringert erneut das Jahresdefizit

29. Juli 2022
  • Ökonomie

Klinikum Esslingen – Ein Unternehmen im Umbruch und Aufbruch

Das Klinikum Esslingen hat im vergangenen Jahr trotz anhaltender Corona-Pandemie den eingeschlagenen Kurs der Weiterentwicklung fortgesetzt und die wirtschaftlichen Vorgaben des Wirtschaftsplans eingehalten. „Für die Zukunftsentwicklung unserer Klinik haben wir nun sehr gute Voraussetzungen geschaffen“, betont der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinik und Oberbürgermeister der Stadt Esslingen, Matthias Klopfer.

Im Jahr 2021 wurden rund 23.000 Patientinnen und Patienten im Klinikum stationär behandelt, in etwa so viel wie im Jahr zuvor. Die Patientenzahlen liegen damit noch immer deutlich unter dem Jahr 2019, lediglich im ambulanten Bereich und im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik wurden mehr stationäre Patienten und Patientinnen behandelt als vor der Pandemie. Die Hauptursachen sind der Mangel an Personal, insbesondere im Pflegedienst, und die hohen pandemiebedingen Krankheitsausfälle. Trotz massiver Inanspruchnahme von Personal aus Zeitarbeitsfirmen kam es regelmäßig zu Einschränkungen im Klinikbetrieb.

Auch im Geschäftsjahr 2021 führte die Pandemie im Klinikum Esslingen zu fehlenden Erlösen durch den Rückgang der Patienten bei gleichzeitig deutlichen Mehrkosten für Personal und Sachmittel. Die staatliche Unterstützung von Bund und Land in Höhe von insgesamt rund 9 Millionen Euro (Vorjahr: knapp 11 Millionen Euro) reichte auch 2021 nicht aus, um die finanziellen Belastungen aus der Pandemie vollständig auszugleichen.

Im vorläufigen Jahresabschluss 2021 weist das Klinikum eine Steigerung der Gesamterlöse um mehr als 3% auf 175 Millionen Euro aus. Obwohl der Bund durch Ausgleichszahlungen einen essentiellen Beitrag zur Finanzierung der Pandemie leistet, verbleibt ein siebenstelliger Betrag an Mehrkosten beim Klinikum. Die Einnahmen aus ambulanter Behandlung konnten um rund 3 Millionen Euro gesteigert werden.

Mit Hilfe von rund 30 Strukturoptimierungsmaßnahmen konnte das Jahresdefizit 2021 dennoch ein weiteres Mal verringert werden und liegt mit rund -2,7 Millionen Euro (Vorjahr: -4,3 Mio. EUR) erstmals seit vier Jahren wieder unter 3 Millionen Euro.

Erfreut über diese Entwicklung zeigt sich Esslingens Erster Bürgermeister Ingo Rust: „Das Klinikum hat trotz der dramatischen Rahmenbedingungen ein besseres Jahresergebnis erreicht als geplant. Das zeigt die hohe Leistungsfähigkeit des Klinikums und aller Mitarbeitenden und ist eine gute Basis für alle anstehenden Veränderungsprojekte.“

„Ohne die finanziellen Mehrbelastungen aus der Pandemie wäre das Jahresergebnis nochmals deutlich besser ausgefallen“, erläutert Klinikgeschäftsführer Matthias Ziegler.

Große Veränderungen im laufenden Jahr

Das Klinikum Esslingen durchläuft aktuell einen gewaltigen Veränderungsprozess, der keinen und keine der Mitarbeitenden unberührt lässt. In der Führungsspitze finden sich in diesem Jahr gleich vier neue Chefärzte, die neue Pflegedirektorin und deren Stellvertretung. Mit hoher Geschwindigkeit wird bis Ende des Jahres der größte Teil der Patientendokumentation auf elektronische Akten umgestellt sein. Im Bereich Bau wird das geplante zusätzliche Modulgebäude mit hochmodern ausgestatteten Patientenzimmern im 2-Bett-Standard und insgesamt 152 Betten im laufenden Jahr noch errichtet werden, die Inbetriebnahme ist dann im 2. Quartal 2023 vorgesehen.

„Wir haben das Klinikum immer unterstützt und sind uns um dessen hohen Wert für die Stadt Esslingen und weit darüber hinaus mit der herausragenden Qualität in der Patientenbetreuung immer bewusst. Mit der Schaffung eines hochmodernen Gesundheitszentrums in den nächsten Jahren werden wir konkurrenzfähig bleiben und bieten den Patientinnen und Patienten gute Medizin und Pflege und unseren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsplätze“, so Matthias Klopfer.

Das Klinikum Esslingen richtet aktuell seine Aufmerksamkeit auf die Besetzung aller Arbeitsplätze mit qualifiziertem Fachpersonal, insbesondere im Pflegedienst. In der Berufsgruppe Pflege wird mit weiteren innovativen Arbeitszeitmodellen und Konzepten für akademisierte Pflegekräfte die Attraktivität des Klinikums erhöht, damit die leistungsstarken Teams möglichst rasch weitere Verstärkung erhalten. Geschäftsführer Ziegler fasst die Ausführungen zusammen: „Wir können alle unsere ambitionierten Planungen und Projekte nur realisieren, wenn wir dafür engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Wir tun alles dafür, damit unsere Attraktivität als Arbeitgeber innerhalb und außerhalb unseres Klinikums wahrgenommen wird“.

Klinikum Esslingen macht Qualität sichtbar

Das Klinikum Esslingen stellt sich als Qualitätskrankenhaus schon immer den höchsten Anforderungen im Bereich der ärztlichen Behandlung und der Pflege. Dazu gehört eine hohe Anzahl an wissenschaftlichen Studien und zahlreiche Auszeichnungen, die das Klinikum für seine Arbeit erhalten hat. Diesem Wettbewerb der externen Qualitätssicherung stellen wir uns, entwickeln uns weiter, lernen daraus und verbessern uns.

Mit dem Untertitel „Das Qualitätskrankenhaus“ verbindet das Klinikum nun auch den Anspruch, seine Qualität noch transparenter und sichtbarer zu machen. Aus diesem Grund wurde der erste Qualitätsbericht des Klinikums Esslingen aufgelegt. „Qualität ist für uns schon immer ein Ansporn, uns stetig zu verbessern, weiterzuentwickeln, an Forschungsprojekten mitzuwirken und uns auch kritisch mit Themen auseinanderzusetzen – das macht uns aus. Dies macht nun zum ersten Mal unser Qualitätsbericht deutlich, der für jeden verständlich – ab jetzt regelmäßig – Transparenz in das Zahlenwerk bringt“, erläutert Matthias Ziegler.

Die Daten, die die Grundlage des Berichtes bilden, stammen aus Routinedaten der gesetzlichen Qualitätssicherung. Untermauert werden die Zahlen durch Patientengeschichten, die den Zahlen ein Gesicht geben und die deutlich machen, dass der Qualitätsanspruch des Klinikums bei den Patientinnen und Patienten ankommt.

„Wir haben als Ärztinnen, Ärzte und Pflegende den Anspruch, jede Erkrankung nach den neuesten Erkenntnissen der Medizin zu behandeln und den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Pflege zukommen zu lassen. Diese Versorgungsqualität soll durch Empathie und Zugewandtheit auch für die Betroffenen spürbar sein“, erklärt Prof. Dr. Stefan Krämer, Ärztlicher Direktor am Klinikum Esslingen. „Unsere Pflege-konzepte basieren auf einer hohen Fachkräftequote und der Einbindung akademisierter Pflegekräfte. Eine Herausforderung stellt derzeit auch bei uns der Fachkräftemangel dar. Wir freuen uns daher über alle, die uns aktiv unterstützen wollen“, betont Pflegedirektorin Silke Bortenlänger.

Der Qualitätsbericht wird ab 2022 jährlich erscheinen und somit dauerhaft die Arbeit am Klinikum Esslingen begleiten. Jede Ausgabe soll einen thematischen Schwerpunkt haben, im ersten Bericht ist der Themenschwerpunkt die Onkologie.

„Besonders wichtig ist es mir zu betonen, dass Qualität nur gemeinsam entstehen kann, in einem guten Austausch zwischen allen Berufsgruppen, mit der notwendigen Neugier und Offenheit für Neues und mit der Offenheit für Selbstkritik. Ich bin stolz, dass dies am Klinikum Esslingen gelebt wird, auch das soll der Bericht deutlich machen“, sagt Matthias Ziegler.

Interessierte können den Bericht auf der Homepage des Klinikums Esslingen unter www.klinikum-esslingen.de abrufen.

Quelle:

klinikum-esslingen.de


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