Klinikumbau in NRW setzt Beschäftigte unter Druck und gefährdet Versorgung
Nach einem Jahr Krankenhausreform in NRW sieht Verdi wachsende Belastungen für Beschäftigte und Patienten. Die Gewerkschaft kritisiert Personalverschiebungen, unsichere Perspektiven und weitere Einschnitte in der Geburtshilfe…
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Verdi sieht nach einem Jahr NRW-Krankenhausreform wachsende Probleme für Beschäftigte und Patienten. Die Gewerkschaft kritisiert, dass in der Krankenhausplanung bereits Tatsachen geschaffen werden, bevor neue Strukturen verlässlich funktionieren. Das belaste die Versorgung und erhöhe den Druck auf die Beschäftigten.
Das zeigt sich laut Bericht in der LVR-Klinik Bedburg-Hau. Dort musste der LVR die Neurologie schließen. Beschäftigte sollten nach Darstellung von Ines Josten teils nach Kleve wechseln. Eine Verwendung auf anderen Stationen in Bedburg-Hau habe zunächst nicht bestanden, obwohl Pflegepersonal fehle. Josten und andere wehrten sich. Sie arbeitet jetzt weiter in Bedburg-Hau auf der geriatrischen Station. Der LVR verweist auf transparente Kommunikation und darauf, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde.
Verdi warnt, dass die Reform mehr Ausbildungsabbrüche und Berufsausstiege auslösen könnte, wenn Beschäftigte vor allem negative Folgen erleben. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zieht dagegen eine positive Bilanz. Ihm seien keine Fälle bekannt, in denen Mitarbeiter aus Frust aus dem Beruf ausgestiegen seien.
Zugleich bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser angespannt. Laut Verdi geben Häuser kostenintensive Angebote auf, wenn sie durch die Reform lukrative Behandlungen nicht mehr abrechnen können. Das betrifft dem Bericht zufolge zunehmend die Geburtshilfe. In Kempen schließt die Entbindungsstation zum 30. Juni, in Düren im Sommer. Freiberuflich tätige Hebammen als Kooperationspartner fürchten dadurch um ihre Perspektive. Auch in Herne, Heinsberg und Bad Oeynhausen stehen Geburtshilfen aktuell zur Disposition.
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