Kostendruck und Nachhaltigkeit: Darum bleibt Krankenhausessen oft schlicht
Die Verpflegung in Krankenhäusern steht unter hohem Kostendruck, was die Qualität einschränkt, aber durch Maßnahmen wie eine reduzierte Auswahl und nachhaltigere Angebote konnten die Lebensmittelabfälle an der Charité um 20 Prozent reduziert werden.
- Ökonomie
Die Verpflegung in deutschen Krankenhäusern, so auch in Europas größtem Krankenhaus, der Charité, ist stark vom Kostendruck geprägt. Bei der Entscheidung zwischen Investitionen in Medizintechnik und Ernährung fällt die Wahl meist gegen eine Verbesserung der Verpflegung, wie Juliane Kaufmann, Leiterin des Charité CFM Facility Management, in einer Anhörung im Bundestag erläuterte. Pro Patient stehen für alle Mahlzeiten im Durchschnitt etwas mehr als vier Euro pro Tag zur Verfügung, was die Qualität der Verpflegung einschränkt. Zwar ist Essen ein wichtiges Thema bei der Bewertung des Klinikaufenthalts, doch es hat nur wenig Einfluss auf die grundlegenden Ernährungsgewohnheiten der Patienten, da diese meist nur wenige Tage im Krankenhaus verbringen. Die Charité hat durch eine reduzierte Auswahl, etwa weniger Marmeladensorten und eine Verkleinerung des Fleischangebots, die Lebensmittelabfälle um 20 Prozent gesenkt. Während das Essen für die Patienten oft einfach gehalten ist, steht für das Essen der 24.000 Mitarbeiter ein höheres Budget zur Verfügung, was deren Zufriedenheit erhöht – ein wichtiger Aspekt in Zeiten des Fachkräftemangels. Kaufmann bedauert, dass das Thema Ernährung in der aktuellen Krankenhausreform keine Berücksichtigung findet…
nordkurier.de
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.