KPMG-Studie zeigt warum Ambulantisierung in der Schweiz keine echte Verlagerung ist

Schweizer Spitäler steigern ambulante Behandlungen, doch stationäre Einnahmen wachsen parallel. Von einer echten Verlagerung kann laut KPMG kaum die Rede sein…

4. September 2026
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Die Ambulantisierung in der Schweiz verläuft nicht als Verlagerung, sondern als paralleles Wachstum beider Versorgungsbereiche. Das zeigt die KPMG-Studie «Clarity on Healthcare 2026», die die Geschäftsberichte der 50 wichtigsten Schweizer Spitäler und Klinikgruppen auswertet. Der ambulante Ertragsanteil stieg in fünf Jahren von 30 auf 33 Prozent, der stationäre Anteil im gleichen Zeitraum von 55 auf 57 Prozent. Die KPMG-Analysten halten fest, dass eine Verlagerung auf Kosten des stationären Geschäfts sich kaum zeigte. Was sank, waren die sonstigen Erträge aus Nebengeschäften, Vermietungen sowie Abgeltungen für Vorhalteleistungen und Lehrtätigkeit.

Anders sieht es bei jenen Eingriffen aus, die per OKP-Pflichtliste nur noch ambulant vergütet werden. Laut dem Obsan-Bericht «L’ambulatoire avant le stationnaire» (März 2026) sanken die stationären Fälle in dieser Gruppe zwischen 2019 und 2024 von rund 74.000 auf rund 50.500, ein Rückgang von 31,8 Prozent. Bei den Eingriffen der ursprünglichen Avos-Liste betrug der Rückgang 43 Prozent.

Allerdings flacht dieser Transfer ab. Das Obsan stellt fest, dass das Verlegungspotenzial innerhalb bestehender medizinischer und technischer Grenzen rasch ausgeschöpft wird. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stationärer Patienten seit 2019, ebenso der Case-Mix-Index. Die verbleibenden stationären Fälle sind komplexer geworden. Zudem stiegen die ambulanten Kosten stärker, als der Transfer aus dem stationären Bereich erklären würde. Mengen- und Preiseffekte im ambulanten Sektor treiben die Ausgaben zusätzlich.

Quelle:
medinside.ch

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