Krankenhäuser als Energietreiber – Lösungen für mehr Effizienz
Krankenhäuser in Deutschland sind große Energieverbraucher, jedes Bett benötigt so viel wie vier Einfamilienhäuser. Kühlung und Heizung verursachen 60 Prozent des Bedarfs. Ein Projekt in Dänemark zeigt, wie Wärmepumpen den Verbrauch senken und sogar Einnahmen durch Einspeisung ins Fernwärmenetz schaffen können. Auch deutsche Kliniken starten Pilotprojekte.
- Ökonomie
Krankenhäuser gehören zu den größten Energieverbrauchern im öffentlichen Gebäudebestand. Laut Wissenschaftlichem Dienst des Bundestages liegt der Durchschnittsverbrauch bei 270 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr und damit doppelt so hoch wie in Verwaltungsgebäuden. Ein 500-Betten-Haus kann bis zu 20 Millionen Kilowattstunden benötigen. Kühlung und Heizung machen 60 Prozent des Bedarfs aus. Die hohen Kosten belasten die Budgets der Kliniken, die bereits vielfach Defizite verzeichnen.
Ein Krankenhaus in Sønderborg, Dänemark, konnte durch zwei Wärmepumpen mit Wärmerückgewinnung den Wärmebedarf um fast 14.000 Megawattstunden pro Jahr reduzieren. Abwärme wird in das Heizsystem zurückgeführt und überschüssige Energie in das Fernwärmenetz eingespeist. Damit entsteht eine zusätzliche Einnahmequelle, die Investitionen amortisieren sich innerhalb von drei Jahren.
Auch in Deutschland setzen Einrichtungen wie die Charité Berlin oder das Klinikum Stuttgart auf Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung oder Wärmepumpen. Weitere Kliniken planen ähnliche Maßnahmen. Kritisch sehen Experten jedoch, dass politische Rahmenbedingungen, wie die Finanzierung fossiler Infrastruktur, die Umstellung erschweren.
energiezukunft.eu
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