Krankenhäuser fordern Datenportal statt Einzelmeldungen an Dutzende Institutionen
DKG-Chef Dr. Gerald Gaß fordert echte Deregulierung statt kosmetischer Bürokratiereformen und nennt konkrete Maßnahmen, die kurzfristig umsetzbar wären…
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Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte verbringen im Schnitt drei Stunden täglich mit Bürokratie. Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, macht im Interview deutlich, dass jede dieser Stunden bei der Patientenversorgung fehlt. Sein Kernargument lautet, dass Bürokratieabbau ohne Deregulierung nicht möglich ist.
Das Spitzentreffen Anfang Juli im Bundesgesundheitsministerium wertet Gaß als guten Auftakt, nicht aber als Paradigmenwechsel. Neue Gesetze brächten weiterhin zusätzliche Anforderungen, ohne dass an anderer Stelle tatsächlich etwas abgebaut werde.
Als konkrete Überregulierung benennt Gaß drei Bereiche: die PPP-RL mit kleinteiligen Personalvorgaben in der Psychiatrie, die schichtbezogenen Pflegepersonaluntergrenzen in der Somatik sowie die Zwei-Kilometer-Regelung im Rahmen der Krankenhausreform. Alle drei seien nicht evidenzbasiert und sollten ausgesetzt werden.
Zur Entlastung bei Datenlieferpflichten schlägt die DKG ein zentrales Datenportal vor, an das Kliniken einmalig melden und von dem sich Institutionen wie Gemeinsamer Bundesausschuss, Medizinischer Dienst, Länder und Kassen die Daten nach Berechtigung abrufen könnten. Die DKG-Vorschläge aus 2024 sind bislang nicht umgesetzt worden.
Gaß appelliert, den Blick stärker auf Indikatoren der Ergebnisqualität zu richten. Diese müssten veröffentlicht werden. Wo die Versorgungsqualität im Ergebnis nicht ausreiche, seien Maßnahmen bis hin zu Sanktionen die konsequente Folge. Blindes Vertrauen fordere die DKG nicht.
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