Krankenhäuser pochen auf digitale Lösungen gegen Dokumentationsflut
Trotz Entlastungsgesetzen nimmt der bürokratische Aufwand in Kliniken zu. Ärzt:innen und Pflegekräfte verbringen rund drei Stunden täglich mit Dokumentation. Fast alle Beschäftigten kritisieren diesen Zustand. Krankenhäuser erwarten von der Bundesregierung deutliche Schritte zum Bürokratieabbau. Digitalisierung und KI gelten als zentrale Hebel, um Prozesse zu optimieren. Schon eine Reduktion um eine Stunde pro Tag könnte rechnerisch zehntausende Vollkräfte freisetzen.
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Der bürokratische Aufwand in deutschen Krankenhäusern wächst kontinuierlich. Ärzt:innen und Pflegekräfte verbringen täglich etwa drei Stunden mit Dokumentationsaufgaben. Diese Zeit fehlt in der direkten Patientenversorgung. Fast alle Beschäftigten bewerten den Umfang als übermäßig. Ursprünglich als Entlastung gedachte Gesetze führten zu zusätzlichen Vorgaben und komplexeren Nachweispflichten.
Die Erwartungen an die Politik sind eindeutig, denn 93 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser und 98 Prozent der Psychiatrien fordern spürbare Deregulierung. Eine Regierungskommission legte Ende 2024 Empfehlungen zum Bürokratieabbau vor. Die geplante Krankenhausreform weckt dennoch Sorgen vor weiteren Nachweis- und Prüfpflichten.
Digitalisierung gilt als Schlüssel. Einheitliche und interoperable Systeme sollen Medienbrüche vermeiden und Mehrfacheingaben reduzieren. Digitale Dokumentation und elektronische Patientenakten bilden die Basis. Künstliche Intelligenz könnte zusätzlich die Effizienz steigern, etwa durch Spracherkennung oder automatisierte Auswertung von Befunden. Rund ein Viertel der Anträge aus dem Krankenhauszukunftsgesetz betrifft die Digitalisierung der Dokumentation. Prozessanalysen und Change-Management sind dabei entscheidend, um Mehrbelastungen zu vermeiden.
Das Potenzial ist erheblich. Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft könnten durch eine Reduktion der Dokumentationszeit um eine Stunde pro Tag rechnerisch 21.600 ärztliche und 47.000 pflegerische Vollkräfte für die Versorgung gewonnen werden. Bürokratieabbau und Digitalisierung sind damit zentrale Stellschrauben, um den Fachkräftemangel abzumildern.
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