Krankenhaus Agatharied kämpft für seine Zukunft
Das Krankenhaus Agatharied fährt wirtschaftlich Kurs Richtung Stabilität, bleibt aber im Strudel der Reformen gefangen. Trotz gestiegener Leistungen und besserer Personalstruktur droht der Umbau der Versorgung zum Stolperstein, besonders bei ambulanten Eingriffen. Die Klinik kämpft mit vollen Betten, leeren Kassen und einer Gesetzgebung, die statt Klarheit vor allem Unsicherheit bringt.
- Ökonomie
Das Krankenhaus Agatharied hat sein Defizit seit 2021 von zwölf auf 4,6 Millionen Euro gesenkt. Die Klinik erzielte eine Leistungssteigerung von 8,4 Prozent im laufenden Jahr. Vorstand Bartholdt verweist auf gute Organisation, zusätzliche Fachkräfte und Personalwohnungen als Erfolgsfaktoren. Der positive Trend hebt sich von der Entwicklung in einem Großteil deutscher Kliniken ab. Agatharied betreibt eine umfassende Notfallversorgung, was die betriebswirtschaftliche Lage zusätzlich erschwert.
Die Ambulantisierung bereitet zunehmend Probleme. Ambulante Operationen bringen bei gleicher ärztlicher Leistung nur noch die Hälfte des stationären Erlöses. Bartholdt kritisiert die fehlenden Rahmenbedingungen im Krankenhausversorgungs-Verbesserungsgesetz. Das Gesetz führe zu einem Leistungsabbau durch neue Mindestmengen und Vorgaben des Freistaats. Deren genaue Ausgestaltung ist noch unklar.
Investitionen in Höhe von 4,8 Millionen Euro, unter anderem für Aufzüge und Notstromanlagen, sollen die Infrastruktur sichern. Die Klinik setzt auf Kooperationsverträge und die Bildung neuer Versorgungszentren. Trotz hoher Nachfrage und klarer öffentlicher Unterstützung bleibt ungewiss, welche Leistungen entfallen und wie sich die Wirtschaftlichkeit entwickelt. Die Einsparung von Fremdpersonal verschafft nur temporär Entlastung.
merkur.de
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