Krankenhaus-Reformdruck trifft auf Strukturversagen
- Politik
Reformdruck, Fachkräftemangel und Bürokratie erdrücken das Krankenhauswesen. Experten fordern tiefgreifende Veränderungen: weniger Standorte, mehr Steuerung und Entlastung des Personals. Doch über Ursachen und Lösungen gehen die Meinungen weit auseinander.
Auf dem DRG-Forum prallten die Positionen aus Politik, Wissenschaft und Klinikpraxis hart aufeinander. Thomas Lemke, Vorstand des BDPK, sprach von einem „Regulierungswahn“, der die Innovationskraft der Mitarbeiter lähme. Sonja Mathes vom Marburger Bund warnte vor einem Kollaps der Arbeitsbedingungen. Boris Augurzky, Ökonom und Mitglied der Regierungskommission, forderte Reformen zur Reduzierung der Behandlungsmengen. Die paradoxe Personalsituation – mehr Fachkräfte, aber trotzdem Mangel – erfordere einen neuen Umgang mit Ressourcen. Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, drängte auf eine deutliche Reduktion der Standorte und eine multiprofessionelle Versorgung. Zudem sprach er sich dafür aus, den Einfluss profitorientierter Konzerne im Krankenhauswesen zurückzudrängen. Einig waren sich die Diskutanten nur in einem Punkt: Ohne einen umfassenden Umbau wird das Gesundheitssystem in Schieflage geraten. Doch die Fronten bleiben verhärtet – der Reformbedarf hingegen steigt…
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