Krankenhauseinkauf im Umbruch: Warum große Einkaufsgemeinschaften nicht automatisch im Vorteil sind
Fusionen, neue Beteiligungsmodelle und die Ambulantisierung verändern den Markt der Einkaufsgemeinschaften. Nicht das Einkaufsvolumen entscheidet, sondern Betreuung, Mitwirkung, Versorgungssicherheit und die Frage, wie viel Geld im System bleibt…
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Der Markt der Einkaufsgemeinschaften im Krankenhausbereich ordnet sich neu. Größere Volumina schaffen nicht automatisch bessere Bedingungen für Kliniken. Entscheidend sind die Interessen der Krankenhäuser, die Qualität der Betreuung, die Versorgungssicherheit und die Frage, ob Mittel im Gesundheitswesen verbleiben.
Mehrere Zusammenschlüsse treiben diese Entwicklung. Clinicpartner und P.E.G. wollten fusionieren. EKK plus und Agkamed haben ihren Zusammenschluss bekanntgegeben. Die Vivecti-Gruppe übernimmt den Einkaufsverbund der Sana Kliniken, die Sana-Gesellschafter erhalten im Gegenzug 21 Prozent an der Vivecti-Gruppe. Nach Unternehmensangaben steigt das Einkaufsvolumen von Vivecti damit auf rund sieben Milliarden Euro. Im Markt wächst dadurch die Sorge vor stärkerem Einfluss von Eigentümerinteressen und vor einer schwächeren Betreuung der Häuser.
Gleichzeitig verändert sich die Krankenhauslandschaft. In Deutschland gibt es noch rund 1800 Krankenhäuser für 85 Millionen Einwohner. Experten rechnen langfristig mit nur noch rund 1300 Häusern und etwa 420.000 Betten. Parallel verlagert die Ambulantisierung Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich. Hybrid-DRGs und ein erweiterter AOP-Katalog sollen bis 2030 Millionen Fälle sektorenübergreifend vergüten. Kliniken müssen dafür räumlich, organisatorisch und wirtschaftlich umsteuern.
Einkaufsgemeinschaften müssen deshalb mehr leisten als Preisverhandlungen. Gefragt sind Unterstützung bei Standardisierung, Ausschreibungen, Digitalisierung, Logistik, Ambulantisierung und Nachhaltigkeit. Häuser wollen sich dabei stärker in Strategie und Prozesse einbringen. Die zentrale Anforderung bleibt klar: Einkaufsgemeinschaften sollen Kliniken entlasten und zugleich dazu beitragen, dass möglichst viel Geld im System bleibt.
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