Krankenhausgesellschaft macht sich stark für abgestimmte Notfallversorgung
Rund 58 Mio. Euro investiert die Klinikträgerin in verschiedene Maßnahmen in Bau und Ausstattung an den Standorten in Limburg, Diez und Hadamar
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Weiterentwicklung im Interesse der Patientinnen und Patienten: So lautet auch in diesem Jahr das Ziel der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz. Rund 58 Mio. Euro investiert die Klinikträgerin in verschiedene Maßnahmen in Bau und Ausstattung an den Standorten in Limburg, Diez und Hadamar. Dies verkündeten jetzt der Vorsitzende des Verwaltungsrats und das Krankenhausdirektorium bei einem gemeinsamen Pressetermin. Rund 47 Millionen davon werden dankenswerter Weise aus den verschiedenen Fördertöpfen der Länder Hessen sowie Rheinland-Pfalz beigetragen.
„In den vergangenen Jahren wurden in unseren Vincenz-Einrichtungen in allen medizinischen Bereichen zukunftsweisende Weichen gestellt, um eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung vor Ort zu gewährleisten“ betonte Geschäftsführer Guido Wernert. „Durch die Investitionen in verschiedene Baumaßnahmen entwickeln wir baulich konsequent weiter, was medizinisch gelebt wird.“ Wichtiges Projekt sei hier insbesondere der Bau eines neuen multifunktionalen Operationssaals in Limburg für rund acht Millionen Euro. Parallel werden im St. Vincenz-Krankenhaus Diez für knapp 20 Mio. Euro und im Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar für weitere 3,7 Mio. Euro umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt – immer mit dem Ziel, eine zukunftsorientierte und nachhaltige medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Solche Investitionen trotz schwieriger gesundheitspolitischer Bedingungen und notorischer Unterfinanzierung des Gesundheitswesens zu tätigen, sei keinesfalls selbstverständlich, erläuterte RA Erwin Reuhl, Vorsitzender des Verwaltungsrates. Möglich mache dies insbesondere die Förderung durch die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, für die sich die Verantwortlichen in diesem Kontext ausdrücklich bedanken.
Die Differenz steuert die Krankenhausgesellschaft aus Eigenmitteln bei. „Nicht selbstverständlich, denn als freigemeinnützige Einrichtung sichern wir Investitionen und Haushaltsausgleich ausschließlich über Gewinne und Ergebnisüberschüsse“, erläuterte Wernert. „Unterstützung durch Steuereinnahmen wie bei kommunal getragenen Kliniken gibt es nicht.“ Die Eigenmittel für diese Investitionen seien in den vergangenen Jahren auf solider Grundlage erwirtschaftet worden, ergänzt Reuhl.
Strukturen anpassen und optimieren
Nicht nur die baulichen Strukturen sollen ein Update erfahren, vor allem wünschen sich die Verantwortlichen, dass sich die gesundheitspolitischen Strukturen vor Ort ändern.
Klar und sehr entschieden forderte PD Dr. Katrin Neubauer-Saile: Eine Symbiose der stationären Notaufnahme des St. Vincenz mit dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung mit einem gemeinsamen Standort auf dem Schafsberg. Die baulichen Gegebenheiten für eine gemeinsame Lösung seien bereits vorhanden. Das renovierte Sprechstundenzentrum im Erdgeschoss des St. Vincenz habe abends und am Wochenende Kapazitäten, um Patienten des Bereitschaftsdienstes dort zu behandeln.
An dieser Verzahnung der Notfallversorgung führe kein Weg vorbei, so die Ärztliche Direktorin: „Mehr als 37.000 Notfallversorgungen im Jahr, das bringt uns an unsere Grenzen. Wir brauchen ein Betreuungskonzept aus einer Hand“. Die Zahlen sprächen für sich: Von Jahr zu Jahr werden es mehr Patienten, die verkürzten Öffnungszeiten des Ärztlichen Bereitschaftsdiensten verschärfen die Situation zunehmend. Dies zu bewältigen sei allein kaum machbar, ein Großteil der Ressourcen würden so auch falsch genutzt. Rund 60 Prozent der Patienten, die die Notaufnahme aussuchen, müssen nicht stationär aufgenommen werden. Würden die Patienten zentral richtig kanalisiert, könne man die Menschen viel besser versorgen: „Ein Benefit für die Menschen und die Medizin“, konstatierte Neubauer-Saile.
Um die Notaufnahme auf dem Schafsberg zeitnah zu entlasten und die Strukturen vor Ort weiter zu verbessern, wird die Notaufnahme im Frühjahr zur eigenständigen Hauptabteilung mit einem eigenen Chefarzt weiterentwickelt. „Wir hoffen, dass wir mit einem Chefarzt und drei Oberärzten in der Notaufnahme unsere Ressourcen effektiver nutzen und den Patienten schneller helfen können“, sagt Katrin Neubauer-Saile. Aber dennoch bleibe das Ziel, dass ÄBD und Notaufnahme zukünftig vor Ort auf dem Schafsberg zusammenarbeiten.
Dass immer auch noch weiter optimiert werden kann, war den Verantwortlichen klar. Einig waren sich alle jedoch darin, ehrliche Initiativen zur Sicherung der Fundamente der Patientenversorgung auszumachen: Die Krankenhausgesellschaft weiß in diesem Kontext insbesondere das tägliche Engagement ihrer Mitarbeiter sehr zu schätzen und wird sich auch 2023 für sichere Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektiven ins Zeug legen.
vincenz-diez.de
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