Krankenhausgesetz auf dem Prüfstand – Kliniken fordern volle Investitionskostenübernahme
Das Saarland plant eine Krankenhausreform, doch Kliniken und Ärzte kritisieren Finanzierungs- und Strukturprobleme. Die Saarländische Krankenhausgesellschaft fordert eine volle Kostenübernahme durch das Land. Beschäftigte beklagen mangelnde Mitsprache, während Experten an der realistischen Umsetzung zweifeln.
- Politik
Im Gesundheitsausschuss des Saarlandes wurde das neue Krankenhausgesetz kontrovers diskutiert. Die Saarländische Krankenhausgesellschaft und der Sozialverband VdK fordern, dass das Land die Investitionskosten der Kliniken vollständig übernimmt. Krankenhäuser dürfen nicht gezwungen sein, Personal abzubauen oder Schulden aufzunehmen, um notwendige Investitionen zu stemmen, betont der VdK. Auch die Krankenkassen äußern Bedenken: Sie sollen die Reform zur Hälfte mitfinanzieren, was hinterfragt wird. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte kritisieren zudem, dass sie nicht in die Planungen eingebunden wurden. Der Marburger Bund stellt infrage, ob eine Umstrukturierung allein die Qualität verbessert. Besonders fehlen Konzepte zur Fachkräftegewinnung. Auch aus den Kliniken selbst kommt Skepsis: Die Umsetzung der Reform sei äußerst ambitioniert. Ein Umbau betrifft nicht nur Gebäude, sondern auch Personal und Abläufe. Im April soll der Landtag abschließend entscheiden. Ob die offenen Fragen bis dahin geklärt sind, bleibt fraglich…
Saarländischer Rundfunk
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