Krankenhausgipfel 2026: AOK hält DKG-Forderung nach Deregulierung für fragwürdig

AOK-Chefin Reimann widerspricht der DKG. Ihrer Meinung nach lässt sich Ergebnisqualität nicht ohne Struktur- und Prozessvorgaben verbessern, und die Finanzlage der Kliniken sei besser als dargestellt…

23. September 2026
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Beim Krankenhausgipfel 2026 hat die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, zwei zentrale Positionen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) öffentlich zurückgewiesen.

Die DKG hatte gefordert, Ergebnisqualität künftig stärker in den Mittelpunkt der Qualitätssicherung zu stellen und dabei den Slogan „Deregulierung wagen“ ausgegeben. Reimann erkennt den Fokus auf Patientenergebnisse grundsätzlich an, hält eine alleinige Ausrichtung darauf aber für falsch. Die WiZen-Studie von 2022 habe für onkologische Bereiche gezeigt, dass zertifizierte Zentren bessere Überlebensraten erzielen. Diese Ergebnisse seien direkte Folge der dort geltenden Prozess- und Strukturvorgaben. Das AOK-Wissenschaftsinstitut WIdO habe über zwei Jahrzehnte für zahlreiche Indikationen belegt, dass höhere Fallzahlen und eingespielte Versorgungsketten mit besseren Patientenergebnissen einhergehen. Instrumente wie Mindestmengen und Leistungsgruppen seien daher unverzichtbar.

Zur wirtschaftlichen Lage der Kliniken hält Reimann dagegen, dass das GKV-Sparpaket bereits abgemildert worden sei und 550 Millionen Euro zusätzlich an die Kliniken fließen. Hinzu kämen weitere Erlössteigerungen und Entlastungen, etwa durch den Wegfall der Pflegepersonalregelung 2.0. Unter dem Strich ergebe sich ein Plus von mehr als acht Milliarden Euro gegenüber dem laufenden Jahr. Bei GKV-Gesamtausgaben von über 120 Milliarden Euro im Jahr 2027 sieht Reimann ausreichend finanziellen Spielraum für strukturelle Reformen.

Quelle:
presseportal.de

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