Krankenhausgipfel: DKG-Chef fordert klare Antworten auf Fachkräftemangel und Strukturfragen
Beim Krankenhausgipfel forderte DKG-Chef Dr. Gerald Gaß Reformkorrekturen, mehr Prävention und sektorenübergreifende Modelle. Er sieht Chancen, mahnt aber zu Augenmaß…
- Politik
Zum Auftakt des Krankenhausgipfels in Berlin stellte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß, die Chancen, aber auch die Defizite der laufenden Reform heraus. Er begrüßte die Finanzierungszusage der Bundesregierung in Höhe von vier Milliarden Euro, kritisierte jedoch die noch offene Linie in zentralen Fragen. Politik und Selbstverwaltungspartner müssen gemeinsam Antworten auf den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel und veränderte globale Rahmenbedingungen finden.
Gaß betonte, dass ambulante Behandlungsformen den Bedarf an stationärer Versorgung nicht senken werden. Da in den kommenden Jahren zugleich ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand geht sind Strukturreformen zwingend notwendig, aber sorgfältig umzusetzen. Er fordert dafür eine ethisch fundierte Entökonomisierung und eine effizientere Ressourcennutzung.
Als zentrale Chancen nannte er die Stärkung der Prävention, die Entwicklung hybrider Versorgungsmodelle in Krankenhäusern sowie den konsequenten Einsatz der Digitalisierung zur Steuerung von Versorgung und Qualität. Die aktuelle Ausgestaltung der Hybrid-DRGs und der Vorhaltefinanzierung müsse jedoch grundlegend überarbeitet werden, da sie Fehlanreize schaffe und die Planung der Länder unterlaufe.
Der Transformationsfonds sei aus Sicht der DKG eine einzigartige Chance Innovationen und Nachhaltigkeit voranzubringen. Gaß warnte aberauch vor widersprüchlichen Personalvorgaben, da diese den Fachkräftemangel nur verschärfen würden. Er hob auch den Klimaschutz in Krankenhäusern und die Rolle von Kliniken in der Daseinsvorsorge und Sicherheit hervor. Sein Fazit: Die Herausforderungen seien groß, doch böten sich erhebliche Chancen für eine moderne, widerstandsfähige Versorgung.
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