Krankenhausreform gefährdet chirurgische Versorgung auf Föhr
Die Inselklinik auf Föhr soll laut Regionalplänen zur sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung werden. Das Amt Föhr-Amrum warnt vor dem Wegfall der Notaufnahme und der chirurgischen Versorgung…
- Politik
Die Inselklinik in Wyk auf Föhr könnte ihre Notaufnahme und die stationäre chirurgische Versorgung verlieren. Das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium plant, das Krankenhaus im Zuge der Krankenhausreform zu einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung umzuwandeln. Die Pläne wurden auf einer Regionalkonferenz in Husum vorgestellt.
Das Amt Föhr-Amrum kritisiert das Vorhaben scharf. An Wochenenden wäre keine ärztliche Präsenz mehr gesichert. Röntgenleistungen, stationäre Aufnahme und ambulante Notfallversorgung würden außerhalb der Präsenzzeiten entfallen. Auch die niedergelassenen Ärzte auf der Insel bewerten die Pläne als „hochproblematisch“.
Wyks Bürgermeister Uli Hess verwies auf die Bedeutung der Klinik für die alternde Inselbevölkerung und für Urlaubsgäste. Die Klinik sei ein wichtiger Sicherheitsfaktor.
Das Ministerium betont, eine Grundversorgung bleibe gewährleistet. Patienten würden rund um die Uhr betreut, bis sie verlegt werden. Amtsdirektor Christian Stemmer will am Dienstag Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) in Kiel treffen und einen gemeinsam mit der Ärzteschaft der Insel verfassten offenen Brief übergeben.
Die endgültige Entscheidung über die Klinikstrukturen fällt Ende 2026. Der neue Landeskrankenhausplan tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Für die Inselklinik gilt eine Übergangsfrist bis Januar 2028.
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