Krankenhausreform gefährdet Schmerzmedizin auch in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein drohen Lücken in der Schmerzversorgung. Fachverbände sehen Kliniken durch die Krankenhausreform gefährdet. Politik prüft Ausnahmen…
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Die geplante Krankenhausreform sieht eine Vergütung nach Leistungsgruppen vor. Die Schmerzmedizin ist bisher nicht berücksichtigt. Fachleute warnen, dass bis zu 40 Prozent spezialisierter Einrichtungen ihre Angebote verlieren könnten, weil die Abrechnungsvoraussetzungen nicht erfüllbar sind. In Schleswig-Holstein betrifft dies 14 Kliniken mit jährlich 3.000 stationären und 38.000 ambulanten Behandlungen. Nach Angaben der Krankenkasse Barmer sind mehr als 60.000 Menschen im Land von chronischen Schmerzen betroffen.
Chefarzt Peter Iblher vom Schmerzzentrum Fehmarn betont, dass multimodale Therapien oft die letzte Hoffnung für Betroffene sind. Die Deutsche Schmerzgesellschaft warnt vor einem Kollaps der Versorgung, sollte die Reform unverändert umgesetzt werden. Die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein fordert Nachbesserungen, hält aber eine automatische Schließungswelle für nicht zwingend.
Das Bundesgesundheitsministerium prüft Ausnahmeregelungen, lehnt zusätzliche Leistungsgruppen jedoch ab. Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken kündigt an, sich für die Aufnahme der Schmerzmedizin einzusetzen. Eine Entscheidung über Anpassungen der Reform wurde auf Bundesebene verschoben.
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