Krankenhausreform stärkt Perspektive für Schwerpunktklinik in Starnberg

Ein Gutachten empfiehlt einen Neubau für das Klinikum Starnberg. Hintergrund ist die Krankenhausreform mit stärkerer Konzentration medizinischer Leistungen. Das Haus könnte sich zu einer regionalen Schwerpunktklinik entwickeln…

12. März 2026
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Ein Gutachten zur regionalen Krankenhausversorgung empfiehlt einen Neubau für das Klinikum Starnberg. Klinikchef Thomas Weiler stellte diese Einschätzung bei einer Gesprächsveranstaltung im Landkreis vor. Die Analyse bewertet die zukünftige Krankenhausstruktur und sieht für den Standort Starnberg gute Entwicklungsmöglichkeiten.

Ausgangspunkt ist die bundesweite Krankenhausreform. Sie soll Überkapazitäten abbauen und Behandlungen stärker in spezialisierten Kliniken bündeln. Zentrales Instrument sind Leistungsgruppen mit bundesweit einheitlichen Qualitätsanforderungen. Ein weiteres Gutachten im Auftrag des Staates soll bis zum Herbst klären, welche Kliniken künftig welche Leistungen anbieten dürfen.

Nach Angaben von Klinikchef Thomas Weiler erfüllt das Klinikum Starnberg bereits einen großen Teil des geforderten Leistungsspektrums. Zudem kommen viele Patientinnen und Patienten aus benachbarten Landkreisen. Rund 17 Prozent stammen aus Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen, jeweils etwa zehn Prozent aus Fürstenfeldbruck und Landsberg.

Eine Entwicklung zur Schwerpunktklinik würde höhere Patientenzahlen bedeuten. Statt derzeit rund 21.000 stationären Fällen könnten künftig bis zu 30.000 Menschen pro Jahr versorgt werden. Das bestehende Gebäude aus den 1960er-Jahren liegt heute mitten in der Stadt und gilt für einen solchen Ausbau als ungeeignet. Deshalb laufen bereits Gespräche über mögliche Grundstücke für einen Neubau. Der Standort soll aus dem gesamten Landkreis innerhalb von etwa 20 bis 30 Minuten erreichbar sein.

Die Reform sieht zudem vor, bestimmte Eingriffe künftig nur noch an einem Standort anzubieten. Dazu zählen etwa Operationen an Hüfte oder Knie. Gleichzeitig könnte die wohnortnahe stationäre Versorgung zurückgehen.

Der Bund stellt für den Umbau der Krankenhauslandschaft bis 2035 rund 29 Milliarden Euro bereit. Ein Teil dieser Mittel könnte auch nach Starnberg fließen. Weiler hofft bei einem Neubau auf eine staatliche Finanzierung von bis zu 80 Prozent der Kosten.

Offen bleibt auch die Zukunft kleinerer Standorte im Landkreis. Für das Krankenhaus Seefeld ist noch unklar, ob es beispielsweise als Notfallstandort erhalten bleiben kann.

Quelle:
sueddeutsche.de

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