Krankenhausreform: Über 600 Kliniken vor harten Einschnitten: Sanierungsexperte Pluta erklärt, wer überleben kann
Sanierungsexperte Dr. Maximilian Pluta erwartet für über 600 deutsche Krankenhäuser tiefgreifende Einschnitte durch die Krankenhausreform. Schließungen seien nicht zwingend, aber harte Restrukturierungen unvermeidlich…
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Die Krankenhausreform zwingt über 600 deutsche Kliniken zu grundlegenden Veränderungen. Das erwartet Dr. Maximilian Pluta, Managing Partner der PLUTA Rechtsanwalts GmbH, im Interview mit Finance TV. Ob es zu Schließungen kommt, hängt laut Pluta davon ab, wie schnell und ehrlich Klinikmanager ihre Lage analysieren.
Kern der Reform ist die Leistungsgruppensystematik: Krankenhäuser müssen sich um definierte Leistungsgruppen bewerben und erhalten nur dann Vergütung der Krankenkassen, wenn sie den Zuschlag bekommen. Gerade in ländlichen Regionen fehlen dafür häufig Personal und Ausstattung. Viele Häuser werden sich auf Grund- und Notfallversorgung zurückziehen müssen.
Pluta hält die Reform in ihren Grundzügen für notwendig und benennt das Zusammenwirken von Bund, Ländern und Trägern als Faktor, der noch besser gestaltet werden könnte. Der Transformationsfonds, dessen Umsetzung zuletzt verlängert wurde, deckt mögliche Baumaßnahmen ab, nicht jedoch Personalabbau, der die größten Kosten verursacht.
Restrukturierung ohne Insolvenzverfahren ist möglich, scheitert aber oft an der Finanzierungskraft kleinerer Träger. Pluta selbst hat eine Klinik über einen Insolvenzplan saniert, die heute wieder erfolgreich am Markt tätig ist. Sein Appell: Leistungsgruppen analysieren, Ertrags- und Liquiditätsplanung aufstellen, Insolvenzgründe prüfen und alle wesentlichen Stakeholder frühzeitig einbinden. Ausnahmegenehmigungen sind nur bis 2030 möglich.
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