Krankenhaustransformationsfonds: Berlin stellt 191 Anträge, Bayern und Baden-Württemberg melden null
Die BAS-Statistik zum 30. Juni 2026 zeigt 255 Anträge beim Krankenhaustransformationsfonds, ein stark ungleiches Abrufverhalten der Bundesländer und eine erhebliche Lücke zwischen beantragten und bewilligten Mitteln…
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Die neue BAS-Statistik nach § 8 Abs. 3 KHTFV zum Stichtag 30. Juni 2026 belegt ein tiefes regionales Ungleichgewicht bei der Nutzung des Krankenhaustransformationsfonds. Bundesweit liegen 255 Anträge aus acht Fördertatbeständen vor, doch Berlin allein stellt 191 davon, während Baden-Württemberg und Bayern bislang keine Anträge eingereicht haben.
Die drei meistgenutzten Fördertatbestände sind FTB 3 für telemedizinische Netzwerkstrukturen mit 78 Anträgen, FTB 1 für die Konzentration von Krankenhausstandorten mit 69 Anträgen sowie FTB 6 für integrierte Notfallstrukturen mit 34 Anträgen. FTB 3 ist in § 3 Abs. 3 KHTFV verankert und fördert initiale Investitionskosten für IT-Systeme, Baumaßnahmen und Schulungen. Laufende Betriebs- und Personalkosten sind ausgeschlossen.
Finanziell beantragen die Länder insgesamt rund 4,34 Mrd. EUR an Bundesmitteln sowie 2,26 Mrd. EUR an Landesmitteln. Berlin entfällt dabei mit ca. 2,99 Mrd. EUR an beantragten Bundesmitteln und rund 1,49 Mrd. EUR an Landesmitteln der weitaus größte Anteil. Weitere nennenswerte Volumina melden Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Bewilligt wurden bis zum Stichtag lediglich 190,9 Mio. EUR, davon 143,5 Mio. EUR in Niedersachsen, 45,36 Mio. EUR in Nordrhein-Westfalen und 2,06 Mio. EUR in Hessen. Die Diskrepanz zu den beantragten Mitteln zeigt, dass der Fonds mit einem Gesamtvolumen von 50 Mrd. EUR über zehn Jahre sich operativ noch in einer frühen Phase befindet.
Das zweistufige Antragsverfahren sieht vor, dass Länder Anträge vorprüfen, priorisieren und an das BAS weiterleiten, das abschließend entscheidet. Eine gesetzliche Frist für die Bescheidung besteht nicht. Für Krankenhausträger in bislang inaktiven Ländern empfiehlt sich eine frühzeitige Vorbereitung von Förderskizzen, die Identifikation von Kooperationspartnern und der Dialog mit zuständigen Ministerien. Projekte sollten zudem von Beginn an die langfristige Finanzierung laufender Kosten sicherstellen, um ein Scheitern nach der Startphase zu vermeiden.
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