Krankenkassen-Fusion spart keine Milliarden: Daten widerlegen Linnemanns Kernthese
Bundesgesundheitsminister Linnemann will die Zahl der Krankenkassen auf zehn reduzieren. Daten der FinanzKommission Gesundheit und des Portals gesetzlichekrankenkassen.de widerlegen ein nennenswertes Einsparpotenzial…
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Weniger Krankenkassen senken die Verwaltungskosten nicht. Das belegen Daten der FinanzKommission Gesundheit und Auswertungen des Portals gesetzlichekrankenkassen.de für 2024 gleichermaßen. Dennoch fordert Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, die 93 gesetzlichen Kassen bis 2032 auf zehn zu reduzieren.
Das Beispiel Österreich widerspricht der Einsparungsthese konkret: Nach der Fusion von neun Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse im Jahr 2020 stiegen die Verwaltungsausgaben bis 2024 um 25 Prozent. In Deutschland wuchsen sie im gleichen Zeitraum um lediglich sieben Prozent.
Die 2024er Daten zeigen, dass die 16 Großkassen mit über einer Million Versicherten durchschnittliche Verwaltungskosten von 185,66 Euro je Versicherten verursachten. Die 34 mittelgroßen Kassen lagen mit 162,65 Euro mehr als 13 Prozent darunter. Auch die 43 Kleinstkassen waren mit 173,89 Euro günstiger als die Großkassen.
Seit 2013 stiegen die Verwaltungskosten laut Bundesgesundheitsministerium im Schnitt um nur 2,5 Prozent jährlich. Im ersten Quartal 2026 gingen sie sogar leicht zurück, während die Leistungsausgaben um acht Prozent zulegten. Die Effizienz stieg: 2004 betreute ein Kassenmitarbeiter im Schnitt 487 Versicherte, 2024 waren es 564.
Thomas Adolph, Geschäftsführer von gesetzlichekrankenkassen.de, bezeichnet die Milliarden-Einsparungsthese als falsch. Die frühere Gesundheitsministerin Nina Warken bestätigte dies am 16. Juli 2026 ausdrücklich.
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