Krebszentren wollen Studienzugang mit KI und besseren Datenbanken neu organisieren

Deutschland verliert als Standort für klinische Studien. Veraltete Datenbanken und fehlende digitale Infrastruktur bremsen die Rekrutierung. Krebszentren wollen das mit KI-gestütztem Matching ändern…

25. Juni 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Deutschland verliert als Standort für klinische Studien, weil Krebspatientinnen und -patienten hierzulande keinen verlässlichen Zugang zu aktuellen Studienangeboten haben. Das ist die Kernthese von Prof. Dominik Modest, Direktor des Comprehensive Cancer Centers der Charité Berlin und Sprecher des NCT Berlin, den er beim Berlin Summit der Initiative Vision Zero Oncology formulierte.

Als Beleg zieht Modest den Vergleich mit Spanien heran, das europaweit als attraktivster Standort für klinische Studien gilt. Der entscheidende Unterschied ist, dass in Spanien Patientinnen und Patienten aktiv nach einer passenden Studie suchen, während sie in Deutschland ihre onkologische Versorgungseinrichtung wählen.

Bestehende deutsche Studiendatenbanken lösen dieses Problem nicht. Sie sind schwer auffindbar und enthalten häufig veraltete Einträge. Modest fordert deshalb Strukturen in den Studienzentralen, die Studien aktiv ein- und austragen, um belastbare Echtzeitdaten zu gewährleisten. Eine Arbeitsgruppe der Comprehensive Cancer Centers arbeitet daran bereits.

Zusätzlich sieht Modest Potenzial für KI-Sprachmodelle, die Datenbanken automatisch durchsuchen und mit Patientendaten abgleichen. Für ein erstes Matching genügten laut Modest drei Kriterien: Erkrankung, Erkrankungsstadium und molekulare Subgruppe. Die abschließende Rekrutierungsentscheidung bleibe davon unberührt.

Quelle:
e-health-com.de

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