Kreiskrankenhaus Rotenburg beantragt 3,5 Millionen Euro Liquiditätshilfe
Das Kreiskrankenhaus Rotenburg bereitet sich auf die Krankenhausreform vor und beantragt ein Liquiditätsdarlehen über 3,5 Millionen Euro beim Landkreis. Die strukturelle Rolle des Standorts könnte wachsen, die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt…
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Liquiditätshilfe soll Versorgung absichern
Das Kreiskrankenhaus Rotenburg hat beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg ein zweckgebundenes Liquiditätsdarlehen über 3,5 Millionen Euro beantragt. Nach Angaben der Geschäftsführung soll damit die Zahlungsfähigkeit gesichert und die stationäre Versorgung bis mindestens Ende 2028 gewährleistet werden. Der Antrag erfolgt vor dem Hintergrund steigender Personal- und Strukturkosten im Zuge der Krankenhausreform.
Reform verleiht Standort potenziell größere Bedeutung
Der neue Hessische Krankenhausplan sieht vor, dass Notfallversorgung im Regelfall innerhalb von 30 Minuten erreichbar sein muss. Diese Vorgabe gilt künftig auch für die interventionelle Kardiologie. Ohne den Standort Rotenburg würden sich laut regionalen Einschätzungen die Wege zur Notfallversorgung in Teilen des Landkreises deutlich verlängern.
Unklarheit bei Leistungsgruppen belastet Planung
Welche Leistungsgruppen dem Kreiskrankenhaus künftig zugeteilt werden, ist noch offen. Alle hessischen Kliniken haben entsprechende Anträge gestellt, die derzeit durch den Medizinischen Dienst geprüft werden. Die leistungsgruppenbasierte Planung soll ab dem 1. Januar 2027 gelten, die Zuteilungen sind für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Landkreis als zentraler Partner gesehen
Die Klinikleitung verweist auf jährlich wiederkehrende Erlösausfälle von rund 1,58 Millionen Euro ab 2026 durch Änderungen bei Zuschlägen und Vergütungsregelungen. Das beantragte Darlehen entspricht rechnerisch einer Überbrückung von gut zwei Jahren. Der Landrat äußerte sich bislang zurückhaltend zu einer möglichen Unterstützung.
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