Kreißsaal-Krise in RLP: Jede zweite Geburtsstation verschwunden
In Rheinland-Pfalz hat sich die Zahl der Kreißsäle seit 2009 halbiert. Schwangere müssen immer weitere Wege in Kauf nehmen. Fünf Standorte drohen akut zu schließen – ausgerechnet die letzten in ihrer Region. Der Hebammenverband spricht von einer Versorgungslücke mit Ansage.
- Ökonomie
In Rheinland-Pfalz hat sich die geburtshilfliche Versorgungslandschaft drastisch verändert: Von ehemals 52 Kreißsälen sind nur noch 27 übrig. Besonders in ländlichen Regionen wie Westerwald, Eifel und Westpfalz drohen kritische Versorgungslücken. Der Hebammenverband warnt vor einem weiteren Rückbau. Eine neue Gebührenordnung für Beleghebammen könnte die Schließung von fünf weiteren Geburtsstationen zur Folge haben – allesamt die letzten Anlaufstellen in ihrer Region. Die Krankenhausreform verschärft die Lage zusätzlich: Geburtshilfe gilt als wirtschaftlich unattraktiv und ist zunehmend von Schließungen bedroht. Obwohl das Land RLP mit 5,8 Millionen Euro gegensteuert, bleiben Hebammenversorgung und Kreißsäle unter Druck. Die Einführung von Hebammenzentralen, wie jüngst in Hachenburg, kann den Wegfall stationärer Angebote nicht kompensieren. Für viele Schwangere bedeutet das: längere Anfahrtszeiten, steigendes Risiko – und ein wachsendes Gefühl der Unsicherheit.
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