Krisenvorsorge im Gesundheitswesen bleibt fragmentiert
Gesundheitswissenschaftler Jörg Klewer sieht deutliche Lücken in der Krisenvorsorge. Ambulante Versorgung bleibt zuständig, doch Vorbereitung fehlt. Kliniken und Pflege gelten als unzureichend abgesichert…
- Politik
Im Vorfeld des Kongress Pflege 2026 beschreibt der Gesundheitswissenschaftler Prof. Jörg Klewer deutliche Schwächen in der Krisenvorsorge des deutschen Gesundheitswesens. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bleiben auch im Katastrophenfall für die ambulante Versorgung verantwortlich. Eine gezielte Vorbereitung der Praxen findet jedoch kaum statt, da Finanzierung und gesetzlicher Auftrag dafür fehlen. Zusätzliche Risiken entstehen, falls Ärztinnen und Ärzte im Spannungs- oder Verteidigungsfall eingezogen würden.
Auch Krankenhäuser sieht Klewer unzureichend vorbereitet. Es fehlen verbindliche bauliche Vorgaben für Krisenlagen sowie finanzielle Mittel für Schutzmaßnahmen und Vorratshaltung. Die angespannte Krankenhausfinanzierung der Länder verschärft die Situation. Besonders kritisch bewertet Klewer die Lage der ambulanten Pflege. Zuständigkeiten, Abläufe und Notfallkonzepte seien weitgehend ungeklärt. Ereignisse wie Stromausfälle zeigen, dass vulnerable Gruppen ohne verlässliche Strukturen bleiben.
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